Die steile Westküste Madeiras mit Klippen, die in den Atlantik abfallen
Ausflug

Der Westen Madeiras: Die perfekte Tagestour mit dem Auto

03. Juli 2026 10 Min. Lesezeit
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Der Westen Madeiras vereint alles, was die Insel ausmacht: schwindelerregende Klippen, sonnige Küstenorte, eine karge Hochebene und tiefgrüne Täler. An einem Tag lässt sich das alles mit dem Auto zu einer traumhaften Rundtour verbinden. Wir zeigen dir die schönste Route und die besten Stopps.

Während viele Besucher den Osten kennen, ist der Westen oft der ruhigere, aber nicht weniger schöne Teil der Insel. Hier findest du einige der spektakulärsten Aussichtspunkte Madeiras, charmante Dörfer und Straßen, die dich staunen lassen. Ideal für einen entspannten Fahrtag mit vielen Fotostopps. Wenn du mit dem Mietwagen unterwegs bist, hast du die absolute Freiheit, genau dort anzuhalten, wo es dir am besten gefällt. Und glaub mir, im Westen Madeiras wirst du oft anhalten wollen! Die Straßen schlängeln sich an der Küste entlang, führen durch enge Täler und schrauben sich hinauf in schwindelerregende Höhen. Es ist ein echtes Abenteuer, aber eines, das sich absolut lohnt. Nimm dir Zeit, hetze nicht von einem Punkt zum nächsten, sondern genieße die Fahrt an sich. Denn auf Madeira ist oft schon der Weg das eigentliche Ziel.

Start in Funchal: Auf in Richtung Westen

Die meisten Madeira-Urlauber starten ihre Touren in oder um Funchal. Von hier aus ist der Weg in den Westen denkbar einfach. Du fährst zunächst auf der gut ausgebauten Schnellstraße VR1 in Richtung Ribeira Brava. Schon diese erste Etappe bietet tolle Ausblicke auf den Atlantik und die steil aufragenden Küstenberge. Die VR1 ist quasi die Lebensader der Südküste und bringt dich zügig aus dem Trubel der Hauptstadt heraus. Sobald du Funchal hinter dir lässt, spürst du, wie die Landschaft rauer und die Besiedlung dünner wird. Es ist der perfekte Auftakt für einen Tag voller Naturerlebnisse. Achte darauf, dass dein Tank voll ist, bevor du Funchal verlässt, denn im Westen werden die Tankstellen etwas seltener.

Câmara de Lobos: Das malerische Fischerdorf

Dein erster richtiger Stopp sollte Câmara de Lobos sein. Dieses kleine Fischerdorf liegt nur wenige Kilometer westlich von Funchal und ist ein absolutes Muss. Hier schaukeln bunte Fischerboote im Hafenbecken, während sich die weißen Häuser die steilen Hänge hinaufziehen. Es ist ein Postkartenmotiv par excellence. Kein Geringerer als Winston Churchill war von diesem Anblick so angetan, dass er hier in den 1950er Jahren seine Staffelei aufstellte und malte. Heute erinnert eine kleine Gedenktafel an seinen Besuch. Schlendere an der Hafenpromenade entlang, beobachte die Fischer beim Flicken ihrer Netze und genieße die entspannte Atmosphäre. Wenn du nicht selbst fährst, ist dies der perfekte Ort, um eine traditionelle Poncha zu probieren – das lokale Getränk aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitronensaft. Aber Vorsicht, das Zeug hat es in sich!

Cabo Girão: Die höchste Steilklippe Europas

Von Câmara de Lobos geht es steil bergauf zum Cabo Girão. Mit rund 580 Metern ist dies eine der höchsten Steilklippen Europas und ein absolutes Highlight jeder Madeira-Reise. Der Ausblick von hier oben ist schlichtweg atemberaubend. Du blickst weit über den Atlantik, siehst Funchal in der Ferne und unter dir tost die Brandung. Das eigentliche Highlight ist jedoch der gläserne Skywalk, der über den Rand der Klippe hinausragt. Wenn du dich traust, darauf zu treten, hast du das Gefühl, über dem Abgrund zu schweben. Es kribbelt ordentlich im Bauch, wenn man durch den Glasboden fast 600 Meter in die Tiefe schaut! Nichts für schwache Nerven, aber ein unvergessliches Erlebnis. Parkplätze sind vorhanden, und es gibt auch ein kleines Café sowie Souvenirshops. Komm am besten früh am Morgen oder am späten Nachmittag, um den größten Touristenbussen aus dem Weg zu gehen.

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Ribeira Brava und die Fahrt nach Ponta do Sol

Nach dem Nervenkitzel am Cabo Girão führt dich die Route weiter nach Westen, hinab in das Städtchen Ribeira Brava. Der Name bedeutet „wilder Fluss“, und bei starken Regenfällen macht der Fluss, der durch den Ort fließt, seinem Namen alle Ehre. Ribeira Brava ist ein netter Ort für einen kurzen Zwischenstopp. Schau dir die kleine Kirche São Bento an, die mit ihren blau-weißen Kacheln (Azulejos) sehr hübsch anzusehen ist. Von hier aus folgst du der Küstenstraße weiter in Richtung Ponta do Sol. Diese Strecke ist wunderschön, da sie sich direkt an den Klippen entlangschlängelt und immer wieder tolle Ausblicke auf das Meer freigibt. Du passierst kleine Dörfer, Bananenplantagen und terrassierte Felder, die typisch für die Landwirtschaft auf Madeira sind.

Ponta do Sol: Der sonnigste Ort der Insel

Ponta do Sol macht seinem Namen („Sonnenpunkt“) alle Ehre. Es gilt als der sonnigste Ort auf ganz Madeira. Wenn es in Funchal oder in den Bergen regnet, hast du hier oft noch Glück und kannst die Sonne genießen. Der Ort selbst ist klein, aber äußerst charmant. Bunte Häuser drängen sich in einer kleinen Bucht zusammen, und es gibt einen hübschen Kieselstrand, der zum Baden einlädt. Die Atmosphäre hier ist herrlich entspannt. Setz dich in eines der Cafés an der Promenade, bestell dir einen Galao (portugiesischer Milchkaffee) und ein Pastel de Nata und lass die Seele baumeln. Ponta do Sol ist auch ein beliebter Treffpunkt für digitale Nomaden, was dem Ort einen modernen, internationalen Vibe verleiht, ohne dass er seinen ursprünglichen Charme verloren hätte.

Calheta: Sandstrand und Zuckerrohr

Nur ein kurzes Stück weiter westlich erreichst du Calheta. Dieser Ort ist vor allem für zwei Dinge bekannt: seinen künstlich angelegten Sandstrand und seine Zuckerrohrfabrik. Der Strand von Calheta ist einer der wenigen Sandstrände auf Madeira. Der goldgelbe Sand wurde extra aus Marokko importiert. Zwei Wellenbrecher schützen die Bucht vor der rauen Atlantikbrandung, sodass man hier wunderbar und sicher schwimmen kann. Besonders für Familien mit Kindern ist das ideal. Wenn du dich für die Geschichte Madeiras interessierst, solltest du unbedingt die „Engenho da Calheta“ besuchen. Das ist eine der letzten funktionierenden Zuckerrohrfabriken der Insel. Hier kannst du sehen, wie aus dem Zuckerrohr der berühmte Aguardente (Zuckerrohrschnaps) gebrannt wird, der die Basis für die Poncha bildet. Eine kleine Verkostung gehört natürlich dazu!

Stationen einer Westtour ab Funchal
StoppHighlightFahrzeit ab Funchal
Câmara de LobosFischerdorf & Poncha15 Min.
Cabo GirãoSkywalk über der Klippe25 Min.
Ribeira BravaKirche São Bento30 Min.
Ponta do SolSonnigster Ort & Kieselstrand40 Min.
CalhetaSandstrand & Zuckerrohrfabrik45 Min.
Paul da SerraKarge Hochebene60 Min.
Stationen einer Westtour ab Funchal

Hinauf in die Berge: Die Hochebene Paul da Serra

Nachdem du die sonnige Küste ausgiebig genossen hast, wird es Zeit für einen extremen Landschaftswechsel. Von Calheta aus fährst du über kurvige Bergstraßen hinauf auf die Hochebene Paul da Serra. Der Kontrast könnte größer nicht sein. Während unten an der Küste Bananen und Zuckerrohr wachsen, erwartet dich auf über 1400 Metern Höhe eine weite, karge und fast baumlose Landschaft. Es fühlt sich an, als wärst du plötzlich in den schottischen Highlands gelandet. Überall weiden Kühe frei am Straßenrand, der Wind pfeift oft ordentlich, und nicht selten ziehen dichte Nebelschwaden über die Ebene. Diese raue Schönheit hat ihren ganz eigenen, mystischen Reiz. Die schnurgerade Straße, die über die Hochebene führt, ist ein Traum für jeden Autofahrer und bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden Täler und Berge.

Vor-Ort-Tipp

Auf der Hochebene Paul da Serra kann es schnell neblig und kühl werden. Fahr dort besonders vorsichtig und mit Licht – und hab immer eine Jacke dabei, auch wenn es an der Küste warm ist. Das Wetter kann hier oben innerhalb von Minuten umschlagen.

Wandern auf der Hochebene

Paul da Serra ist nicht nur zum Durchfahren schön, sondern auch ein fantastisches Wandergebiet. Viele der berühmten Levada-Wanderungen Madeiras nehmen hier ihren Anfang. Eine der bekanntesten und schönsten Touren ist die Wanderung zu den 25 Quellen (Levada das 25 Fontes) und zum Risco-Wasserfall. Der Startpunkt liegt in Rabaçal, am Rande der Hochebene. Die Wanderung führt durch dichten, märchenhaften Lorbeerwald (Laurissilva) und ist ein absolutes Naturerlebnis. Wenn du diese Wanderung in deine Tagestour einbauen möchtest, solltest du allerdings früh starten und genügend Zeit einplanen, da die Tour hin und zurück etwa drei bis vier Stunden dauert. Alternativ kannst du auch einfach einen kurzen Spaziergang über die Ebene machen und die Weite und Stille genießen.

Rückfahrt über den Encumeada-Pass

Für den Rückweg nach Funchal empfehle ich dir, nicht die gleiche Strecke zurückzufahren, sondern die Route über den Encumeada-Pass zu wählen. Von der Hochebene fährst du in Richtung São Vicente und biegst dann auf die ER104 ab, die sich über den Pass schlängelt. Der Encumeada-Pass liegt auf gut 1000 Metern Höhe und trennt den Norden vom Süden der Insel. Bei klarem Wetter hast du von hier oben einen unfassbaren Blick auf beide Küsten gleichzeitig – ein Panorama, das du so schnell nicht vergessen wirst. Die Fahrt hinab nach Ribeira Brava ist kurvenreich und landschaftlich extrem reizvoll. Du fährst durch tiefe, grüne Täler, vorbei an steilen Felswänden und kleinen Wasserfällen, die direkt neben der Straße in die Tiefe stürzen.

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Praktische Tipps für deine Westtour

Damit deine Tagestour in den Westen Madeiras ein voller Erfolg wird, hier noch ein paar praktische Tipps. Erstens: Starte früh! Es gibt so viel zu sehen, und du möchtest sicher nicht durch die Landschaft hetzen. Zweitens: Nimm dir Snacks und ausreichend Wasser mit. Zwar gibt es in den Orten an der Küste genügend Cafés und Restaurants, aber oben auf der Hochebene ist die Auswahl sehr begrenzt. Drittens: Kleide dich im Zwiebellook. Wie schon erwähnt, kann das Wetter auf Madeira sehr lokal sein. Während du in Ponta do Sol im T-Shirt schwitzt, brauchst du auf Paul da Serra vielleicht einen dicken Pullover und eine Regenjacke. Und zu guter Letzt: Lass dich treiben. Wenn du einen schönen Aussichtspunkt (Miradouro) siehst, halt an. Die besten Erlebnisse auf Madeira sind oft die ungeplanten.

Fazit: Der ruhigere, aber grandiose Westen

Der Westen Madeiras ist perfekt für alle, die grandiose Landschaft ohne großen Trubel suchen. Steilklippen, sonnige Küstenorte, eine wilde Hochebene und charmante Dörfer lassen sich an einem Tag wunderbar verbinden. Mit dem Auto bestimmst du selbst Tempo und Stopps – und hältst überall an, wo dich die Aussicht packt. Diese Tour zeigt dir die unglaubliche Vielfalt der Insel auf engstem Raum. Vom subtropischen Klima an der Küste bis zur rauen Bergwelt im Landesinneren erlebst du hier alles, was Madeira so besonders macht. Also, schnapp dir deinen Mietwagen, stell dir eine gute Playlist zusammen und mach dich auf den Weg in den wilden, wunderschönen Westen!

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