Die natürlichen Lava-Schwimmbecken von Porto Moniz an der zerklüfteten Nordwestküste Madeiras
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Porto Moniz: Die Naturschwimmbecken & wie du hinkommst

03. Juli 2026 10 Min. Lesezeit
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Ganz im Nordwesten Madeiras, wo der Atlantik gegen schwarze Lavafelsen brandet, liegt einer der berühmtesten Orte der Insel: Porto Moniz. Seine Naturschwimmbecken, geformt aus erkalteter Lava, gehören zu den schönsten Badestellen ganz Portugals. Hier erfährst du, wie du am besten hinkommst.

Porto Moniz ist so etwas wie das Postkartenmotiv Madeiras. Die türkisfarbenen Becken, umgeben von schwarzem Vulkangestein, während die Wellen draußen tösen – das sieht man auf unzähligen Fotos. Doch der Ort selbst und die Fahrt dorthin sind mindestens genauso lohnend. Wir zeigen dir alles, was du für deinen Ausflug wissen musst.

Die Naturschwimmbecken: Was dich erwartet

Es gibt in Porto Moniz zwei Bereiche. Der größere, gepflegte Komplex ist kostenpflichtig (ein kleiner Eintritt), hat Umkleiden, Duschen und einen Rettungsschwimmer. Direkt daneben liegen die „wilden“ Naturbecken, die kostenlos zugänglich sind, aber weniger Infrastruktur bieten. Beide füllen sich mit klarem Meerwasser und sind vor der starken Brandung geschützt. Je nach Wellengang schwappt das Meer über die Kanten, was spektakulär aussieht, aber gleichzeitig das Wasser frisch hält.

Vor-Ort-Tipp

Geh am besten vormittags oder unter der Woche hin. An sonnigen Sommernachmittagen und Wochenenden kann es voll werden, weil auch viele Einheimische kommen.

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Complexo Balnear: die gepflegten Becken

Der offizielle Badebereich ist der Klassiker auf den Fotos: breite Sonnenterrassen, Leitern ins Wasser, flache und tiefere Zonen sowie meist ein kleiner Bereich für Kinder. Rettungsschwimmer haben hier ein Auge auf die Brandung und sperren einzelne Teile, wenn das Meer zu wild ist. Es gibt Umkleiden, Duschen, WC und in der Saison oft einen Kiosk für Eis und Kaffee. Die Tiefe variiert je nach Becken zwischen knietief und mehreren Metern, also ideal, wenn in deiner Gruppe unterschiedliche Schwimmniveaus dabei sind.

Freie Naturbecken: wild und fotogen

Die frei zugänglichen Becken liegen etwas versetzt und wirken natürlicher – raue Lava, klare Tümpel, zwischen denen kleine Kanäle das Meerwasser hineinspülen. Hier hast du keine Aufsicht, dafür mehr Ruhe und oft die spektakulärsten Spiegelungen für Fotos. Der Einstieg kann rutschig sein, weil sich Algen auf dem Lavagestein bilden. Badeschuhe sind Gold wert, und wenn die Wellen höher werden, bleib lieber in den geschützten Mulden und nicht direkt an der Außenkante.

Die Wasserqualität ist in beiden Bereichen top, das Meer erneuert die Becken ständig. Im Sommer liegen die Wassertemperaturen meist zwischen 21 und 24 °C, im Winter eher bei 18 bis 20 °C. Bei außergewöhnlich starker Brandung oder Sturm kann der gesamte Badebetrieb aus Sicherheitsgründen kurzzeitig geschlossen werden. Dann lohnt sich ein Spaziergang an der Promenade, denn die Wellen, die über die Felsen brechen, sind ein Schauspiel für sich – aber mit Respektabstand.

Die schönste Anfahrt: über die Küste oder die Hochebene

Von Funchal aus gibt es zwei Wege. Der schnellere führt über die Schnellstraße und Tunnel in gut einer Stunde. Die schönere, aber längere Variante führt über die Hochebene Paul da Serra oder entlang der spektakulären Nordküste bei Seixal und São Vicente – vorbei an Wasserfällen und durch alte, in den Fels gehauene Straßen. Wenn du Zeit hast, nimm den landschaftlich schöneren Weg. Stell im Navi am besten „Porto Moniz – Piscinas Naturais“ ein, dann landest du nah an den Parkplätzen.

Schnell und stressfrei: VE1 → VE3 → São Vicente

Ab Funchal folgst du der VE1 Richtung Westen bis Ribeira Brava und weiter durch die Tunnelkette Richtung São Vicente. Ab dort geht es entlang der Nordküste, meistens gut ausgebaut, mit kurzen Panoramastücken bis Seixal und weiter nach Porto Moniz. Diese Route ist ideal bei unsicherem Wetter, denn die Tunnel sparen Zeit und Wind. Rechne je nach Verkehr mit 60 bis 70 Minuten, Startpunkt Funchal-Zentrum.

Spektakuläre Nordküste: alte ER101 und Fotostopps

Wer den Wow-Effekt sucht, nimmt die alte Küstenstraße (Abschnitte der ER101), wo sie offen ist: zwischen São Vicente und Seixal und rund um die berühmten Tropf-Wasserfälle. Achtung: teils einspurig, nasse Fahrbahn, gelegentlich Steinschlag – langsam fahren, es lohnt sich. Stopps: Miradouro do Véu da Noiva (Wasserfall), Seixal Black Sand Beach und die Naturpools von Seixal. Plane 75 bis 90 Minuten reine Fahrzeit plus Foto- und Kaffee-Pausen.

Über die Hochebene: Paul da Serra und Fanal

Für Abwechslung fährst du über die ER110 auf die Hochebene Paul da Serra. Oben öffnet sich eine völlig andere Welt: weite Moorlandschaft, Windräder, grasende Kühe und der mystische Lorbeerwald bei Fanal. Bei Sonne hast du hier endlose Weitsicht, bei Nebel eine fast märchenhafte Stimmung. Abzweig über ER209 Richtung Ribeira da Janela führt dich schließlich hinab nach Porto Moniz. Diese Route ist landschaftlich großartig, aber bei starkem Wind oder Nebel lieber gemächlich fahren.

Porto Moniz – Anfahrt und Praktisches
ThemaInfo
Fahrzeit ab Funchal (schnell)ca. 60–70 Min.
Fahrzeit über Nordküste75–90 Min. + Fotostopps
Fahrzeit über Paul da Serra80–100 Min.
ParkenParkplätze am Ort vorhanden, früh kommen
Eintritt (gepflegter Bereich)kleiner Betrag (ca. 3–5 €)
Öffnungszeitensaisonal, wetterabhängig – meist bis früher Abend
Beste ZeitVormittags, unter der Woche
Porto Moniz – Anfahrt und Praktisches

Parken, Eintritt & Öffnungszeiten

Direkt an den Becken und entlang der Promenade findest du mehrere kleine Parkflächen und Straßenstellplätze. In der Hochsaison wird es ab späten Vormittag voll, deshalb lohnt sich frühes Ankommen. Weiche bei Bedarf auf die Bereiche ein Stück oberhalb des Ortes oder in Richtung Hafen aus und spaziere die letzten Minuten hinunter. Markierungen und Schilder sind gut sichtbar – halte dich einfach an „Piscinas Naturais“.

Der Eintritt für den gepflegten Bereich ist moderat und wird am Kassenhäuschen erhoben, Kartenzahlung ist je nach Saison möglich, bar geht immer. Es gibt Duschen, Toiletten und oft Schließfächer gegen kleines Pfand – perfekt, wenn du mit Kamera unterwegs bist. Öffnungszeiten sind wetter- und saisonabhängig: im Sommer meist den ganzen Tag, im Winter kürzer. Bei Starkbrandung bleibt aus Sicherheitsgründen geschlossen – dann einfach aufs Promenaden-Programm umschwenken.

Sicherheit im Wasser und an der Küste

So schön die Pools sind – der Atlantik hat Kraft. Hör auf die Hinweise der Bademeister und respektiere Absperrungen. Wenn die Wellen lauter werden und öfter über die Kanten schwappen, geh rechtzeitig raus aus den exponierten Ecken. Setz dich nicht auf die äußeren Lavaklippen, auch wenn das Foto lockt: eine unerwartete Welle reicht, und du bist durchnässt oder schlimmer.

Flaggen, Strömung, Sicht

Grün bedeutet entspanntes Baden, Gelb aufmerksam sein, Rot Badeverbot – die Flaggen gelten auch für die Becken. In den freien Naturpools gibt es keine Flaggen, also lies das Meer selbst: schau auf Serien höherer Wellen und Strömungen zwischen den Becken. Nach stürmischen Nächten kann der Bewuchs auf den Felsen rutschig sein, die Sicht unter Wasser ist dann manchmal milchig. An ruhigen Tagen dagegen ist Schnorcheln herrlich – oft siehst du kleine Schwärme, Seeigel und Krabben.

Mit Kindern und Nichtschwimmern

Im gepflegten Bereich gibt es flachere Zonen, die sich gut zum Planschen eignen. Schwimmflügel und dünne Neoprenoberteile sind im Früh- und Spätsommer bequem, wenn das Wasser noch frisch ist. In den wilden Becken nur mit Kindern baden, wenn es ruhig ist – bei Welle lieber Promenade, Spielplatz und Eis. Und egal wo: Badeschuhe, Sonnenschutz und genug Wasser einpacken.

Vor-Ort-Tipp

Faustregel: Wird es innerhalb von zehn Minuten deutlich welliger, mach eine Pause und beobachte das Meer erst wieder von Land aus. Die Brandung steigert sich an der Nordküste oft in Schüben.

Beste Reisezeit: Wetter, Wind & Licht

Sommer bringt die meisten Badetage, lange Öffnungszeiten und warmes Wasser – dafür mehr Andrang. Frühling und Herbst sind top für Fotografie: weiches Licht, sattes Grün am Hang und häufig ruhige Vormittage. Im Winter rollt die Brandung dramatisch an, perfekt für Spaziergänge und Cafés mit Meerblick. Morgens ist es windärmer, ab spätem Nachmittag liegt die Sonne schön über dem Atlantik – Sonnenuntergänge sind in Porto Moniz oft spektakulär.

Wetterwechsel sind auf Madeira normal. An der Nordküste kann es bewölkt sein, während die Südküste in der Sonne badet. Wenn du flexibel mit dem Auto unterwegs bist, dreh einfach die Reihenfolge deiner Stopps um: erst Becken, später Hochebene – oder umgekehrt. Für aktuelle Bedingungen lohnt ein kurzer Blick auf Webcams in São Vicente oder Seixal, bevor du losfährst.

Kombiniere Porto Moniz clever: Routen & Stopps

Du willst mehr aus dem Tag herausholen? Verbinde Porto Moniz mit Highlights entlang der Nordwestküste. Eine entspannte Runde: Vormittags baden, Mittags Fischessen, danach nach Ribeira da Janela zu den bizarren Felsnadeln und auf einen Kaffee ans Miradouro do Véu da Noiva. Wenn noch Zeit ist, leg einen Stopp im Fanal-Wald ein – die uralten Lorbeerbäume im Nebel sind ein totaler Stimmungswechsel zum Meer.

Halbtags ab Funchal

Start früh in Funchal, schnell über die Tunnelroute, zwei bis drei Stunden Baden, kurzer Spaziergang an der Promenade. Rückweg mit einem Stopp in Seixal für ein Foto am schwarzen Strand. Wer mag, nimmt die alte Küstenstraße-Abschnitte zurück Richtung São Vicente – langsam und genießerisch.

Ganztag über Paul da Serra

Anfahrt über Encumeada hinauf zur Hochebene, kurzer Halt am Miradouro, weiter Richtung Fanal für eine 30–60-minütige Waldrunde. Danach Abfahrt nach Porto Moniz, Mittagessen und Becken. Zurück über die Nordküste mit goldenem Licht am späten Nachmittag – die perfekte Rundtour.

Sonnenuntergangs-Variante

Komm nachmittags an, wenn die Tagesgäste schon verschwinden, und nimm noch ein Bad im warmen Licht. Danach Sundowner an der Promenade und langsam über die beleuchteten Tunnel zurück. Achte nur auf Öffnungszeiten des Badebereichs, im Winter wird früher zugemacht.

Beliebte Stopps auf dem Weg nach Porto Moniz
StoppWarum lohnt es sich?
Seixal Black Sand BeachSamtweicher Vulkansand, Blick auf die Nordküste, gute Fotomotive
Miradouro do Véu da NoivaWasserfall-Panorama, kurzer Spazierweg vom Parkplatz
Ribeira da Janela FelsenBizarre Lavaformationen im Meer, toll bei Sonnenaufgang/untergang
Fanal LaurissilvaMärchenwald mit uralten Lorbeerbäumen, oft mystischer Nebel
Beliebte Stopps auf dem Weg nach Porto Moniz

Essen, Kaffee & Aussichtspunkte

Für Seafood-Fans ist Porto Moniz ein dankbarer Ort. Probier Lapas (Napfschnecken) mit Knoblauchbutter, Espada (Degenfisch) oder einen einfachen gegrillten Dourada – dazu ein kühles Coral oder ein maracujá-Sumo. Gute Adressen findest du entlang der Uferpromenade; beliebt ist zum Beispiel das Restaurante Cachalote mit Blick auf die wilden Becken. Für Kaffee mit Panorama such dir eine Terrasse oberhalb des Ortes, der Blick über die Pools ist unschlagbar.

Einen echten Fotopunkt liefert der Miradouro oberhalb des Ortskerns (Richtung Santa). Von dort siehst du die geschwungenen Kanten der Pools und die Wellen dahinter in einem Bild. Wer es ruhiger mag, spaziert am späten Nachmittag noch die westliche Promenade entlang – hier hörst du fast nur Meer und Möwen. Und ja: Eisstände gibt es, aber ein Stück Bolo de Mel zum Kaffee passt hier irgendwie besser.

Mit Kindern, bei Regen und im Winter

Wenn das Wetter kippt oder die Wellen zu heftig sind, hat Porto Moniz trotzdem Programm. Im kleinen Aquarium im alten Fort bekommst du einen Überblick über die Unterwasserwelt Madeiras – kein Riesending, aber nett für 30–45 Minuten. Entlang der Promenade gibt es oft windgeschützte Bänke und kleine Spielbereiche. Im Winter sind die Becken manchmal geschlossen, doch die Dramatik der Küste macht den Ort dann erst recht besonders – warme Jacke einpacken und aufs Gischt-Spektakel schauen.

Vor-Ort-Tipp

Packliste für die Becken: Badeschuhe, kleines Mikrofaserhandtuch, Sonnencreme, Trinkflasche, trockene Wechselklamotten und ein wasserdichtes Beutelchen fürs Handy.

Praktische Tipps für den Mietwagen

Tanke am besten vor dem Nordwestabenteuer in Funchal, Ribeira Brava oder São Vicente, damit du entspannt bleibst. In Tunneln gilt Lichtpflicht und oft Tempolimit – die Blitzer auf Madeira sind dezent, aber sie existieren. Auf der Hochebene können Kühe oder Schafe die Straße queren, also lieber vorausschauend fahren. Parke in Porto Moniz mit der Nase bergauf und leg beim Schaltwagen einen Gang ein – die Gassen sind teilweise steil.

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Was du in Porto Moniz sonst noch machen kannst

Neben dem Baden lohnt sich ein Spaziergang entlang der Promenade und ein Essen in einem der Fischrestaurants mit Meerblick. Ein Aussichtspunkt oberhalb des Ortes bietet einen tollen Blick auf die Becken und die Küste. Auf dem Rückweg kannst du bei Seixal die Bucht mit schwarzem Sand oder die Wasserfälle besuchen. Wer länger bleibt, plant eine kurze Runde im Fanal-Wald oder fährt zur Flussmündung von Ribeira da Janela für ein letztes Foto.

Fazit: Ein Ausflug, der sich immer lohnt

Porto Moniz verbindet gleich mehrere Highlights: einzigartige Naturschwimmbecken, eine dramatische Küste und eine der schönsten Anfahrten der Insel. Plane genug Zeit ein, um nicht nur zu baden, sondern auch die Landschaft auf dem Weg zu genießen. Mit dem Mietwagen bist du dabei völlig flexibel und kannst die Route nach deinem Geschmack wählen.

Ob du fürs Bad in türkisblauen Becken kommst, für die Fotospots der Nordküste oder für das Gefühl, am Ende der Insel zu stehen – Porto Moniz liefert. Nimm die Kamera, Badeschuhe und eine Prise Abenteuerlust mit, dann wird’s ein Tag, über den du noch lange erzählst. Und wenn das Meer mal nicht mitspielt, spielst du eben mit: Kaffee, Aussicht, Wellenkino – funktioniert immer.

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