Natürliches Badebecken aus Lavagestein am Meer auf Madeira mit klarem, türkisfarbenem Wasser
Baden

Baden auf Madeira: Die schönsten Strände & Naturschwimmbäder

03. Juli 2026 13 Min. Lesezeit
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Wer nach Madeira kommt, sollte eines wissen: Die Insel ist kein klassisches Sandstrand-Ziel. Dafür hat sie etwas viel Spannenderes – Naturschwimmbecken aus Lavagestein, Kiesbuchten und sogar einen goldenen Sandstrand (der aber importiert wurde). Wir zeigen dir die schönsten Badestellen und wie du hinkommst.

Vergiss die Erwartung an kilometerlange, weiße Sandstrände – Madeira ist vulkanischen Ursprungs, die Küste ist felsig, wild und steil. Aber genau das macht das Baden hier so unglaublich besonders. Statt überfüllter, langweiliger Strandabschnitte findest du hier dramatische Lavabecken, in denen das Meerwasser sanft schwappt, und ruhige, versteckte Buchten mit kristallklarem Wasser. Wenn du dich erst einmal auf die raue Schönheit des Atlantiks eingelassen hast, wirst du die typischen Sandstrände gar nicht mehr vermissen.

Ein riesiger Vorteil der Kiesstrände und Felsenpools: Du hast nach dem Baden keinen lästigen Sand überall kleben. Außerdem ist das Wasser durch den fehlenden Sandaufwirbel extrem klar, was Madeira zu einem fantastischen Ziel für Schnorchler macht. Die Wassertemperaturen sind dank des Golfstroms das ganze Jahr über relativ mild. Im Sommer und Frühherbst (August bis Oktober) erreichst du angenehme 23 bis 24 Grad. Im Winter und Frühjahr kühlt der Atlantik auf etwa 18 bis 19 Grad ab – für Hartgesottene immer noch absolut machbar, besonders wenn die Sonne scheint.

Porto Moniz: Die berühmten Naturschwimmbecken im Nordwesten

Im äußersten Nordwesten der Insel liegt das absolute Bade-Highlight Madeiras: die Naturschwimmbecken von Porto Moniz. Über Jahrtausende hat die heiße Lava, die ins Meer geflossen ist, hier bizarre Becken geformt. Diese füllen sich bei Flut und starkem Wellengang immer wieder frisch mit klarem Atlantikwasser. Du schwimmst hier völlig geschützt vor den teils gewaltigen Wellen, während rundherum die Brandung spektakulär an die schwarzen Felsen tost. Ein Erlebnis, das du so schnell nicht vergessen wirst.

In Porto Moniz gibt es eigentlich zwei verschiedene Anlagen. Die westliche Anlage (Piscinas Naturais de Porto Moniz) ist kostenpflichtig, kostet aber nur wenige Euro Eintritt. Dafür bekommst du eine hervorragende Infrastruktur mit umkleiden, Duschen, Schließfächern, Liegen und Bademeistern. Die Becken sind hier teilweise betoniert und sehr sicher – ideal, wenn du mit Kindern unterwegs bist. Etwas weiter östlich, nahe der Festung, liegen die kostenlosen Becken (Piscinas Naturais do Cachalote). Diese sind komplett naturbelassen, wilder und haben keine Infrastruktur. Hier musst du beim Einstieg über die scharfen Lavasteine etwas aufpassen.

Die Anreise nach Porto Moniz ist mit dem Mietwagen ein Traum. Du fährst entlang der spektakulären Nordküste, vorbei an Wasserfällen und steilen Klippen. In Porto Moniz selbst gibt es ausreichend Parkplätze, sowohl an der Straße als auch in einem großen Parkhaus direkt bei den kostenpflichtigen Becken. Tipp: Komm am besten vormittags, bevor die großen Reisebusse aus Funchal eintreffen, dann hast du die Becken fast für dich allein.

Seixal: Schwarzer Sand und wilde Romantik

Nur etwa 15 Fahrminuten östlich von Porto Moniz liegt das kleine Dorf Seixal. Hier findest du die Praia do Porto do Seixal, einen der wenigen natürlichen Sandstrände der Insel. Der Sand ist tiefschwarz und extrem fein. Die Kulisse ist atemberaubend: Grüne, steil aufragende Klippen im Hintergrund und ein kleiner Wasserfall, der direkt an den Strand plätschert. Nicht umsonst wird diese Bucht oft als das 'Hawaii Europas' bezeichnet. Das Wasser fällt hier sehr flach ab, was den Strand auch für Familien attraktiv macht.

Aber Seixal hat noch mehr zu bieten. Etwas versteckt liegen die Poças das Lesmas, weitere Naturschwimmbecken aus Lavagestein. Sie sind kleiner und unbekannter als die in Porto Moniz, aber mindestens genauso schön. Das absolute Highlight hier ist ein riesiger, natürlicher Felsbogen aus Lava, unter dem du hindurchschwimmen kannst. Ein magischer Ort, besonders am späten Nachmittag, wenn das Licht weicher wird.

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Sandstrände auf Madeira: Importiertes Urlaubsfeeling

Wer auf echten, hellen Sand unter den Füßen absolut nicht verzichten möchte, wird auf Madeira ebenfalls fündig. Da die Insel von Natur aus keine hellen Sandstrände hat, wurde einfach nachgeholfen. In Calheta im sonnigen Südwesten wurden zwei künstliche Buchten angelegt. Der goldgelbe Sand dafür wurde extra aus Marokko und vom portugiesischen Festland importiert. Massive Wellenbrecher aus Beton schützen die Buchten vor der Brandung, sodass das Wasser hier meist spiegelglatt ist. Das macht Calheta zum perfekten Ziel für Familien mit kleinen Kindern.

Die Infrastruktur in Calheta ist exzellent. Es gibt Liegen und Schirme zum Mieten, Duschen, Toiletten und eine schöne Promenade mit zahlreichen Cafés, Restaurants und Eisdielen. Direkt unter der Promenade befindet sich ein großes Parkhaus, sodass du deinen Mietwagen bequem und kühl abstellen kannst. An den Wochenenden im Sommer kann es hier allerdings recht voll werden, da auch viele Einheimische den Sandstrand schätzen.

Ein weiterer künstlich angelegter Sandstrand befindet sich in Machico, an der Ostküste, gar nicht weit vom Flughafen entfernt. Die Praia de Machico bietet ebenfalls feinen, hellen Sand und ist durch eine Mole gut geschützt. Machico ist oft sonnig, selbst wenn es in den Bergen regnet. Auch hier findest du alles, was du für einen entspannten Strandtag brauchst: Duschen, Umkleiden, Parkplätze und Gastronomie in direkter Nähe.

Funchal und Umgebung: Baden in der Hauptstadt

Du musst nicht zwingend weit fahren, um auf Madeira ins Wasser zu springen. Auch in und um die Hauptstadt Funchal gibt es tolle Bademöglichkeiten. Die Praia Formosa ist der größte öffentliche Strand der Insel. Er besteht aus einer Mischung aus dunklem Vulkansand und großen, runden Kieselsteinen. Der Strand ist in mehrere Abschnitte unterteilt und bietet einen tollen Blick auf das Cabo Girão, eine der höchsten Steilklippen Europas. Entlang des Strandes verläuft eine wunderschöne Promenade, die dich bis ins benachbarte Fischerdorf Câmara de Lobos führt.

Gleich neben der Praia Formosa liegen die Doca do Cavacas. Das sind kleine, aber sehr feine Naturschwimmbecken, die direkt in die Felsen geschlagen wurden. Das Besondere: Sie sind durch einen in den Fels gehauenen Tunnel direkt mit der Praia Formosa verbunden. Die Anlage ist kostenpflichtig, bietet aber Liegen, Schirme und ein hervorragendes Fischrestaurant direkt über den Klippen.

Wenn du es lieber klassisch magst, besuche den Complexo Balnear do Lido. Diese riesige Badeanstalt im Hotelviertel von Funchal bietet riesige Meerwasserpools, direkten Zugang zum Meer über Treppen, Sprungtürme und eine perfekte Infrastruktur. Es ist kein Strand im klassischen Sinne, aber ein großartiger Ort, um einen entspannten Tag am Wasser zu verbringen, ohne die Stadt verlassen zu müssen.

Ponta do Sol und Ribeira Brava: Sonne satt im Süden

Ponta do Sol macht seinem Namen alle Ehre: Es gilt als der sonnigste und wärmste Ort der Insel. Der kleine Kiesstrand liegt malerisch eingebettet zwischen zwei steilen Felswänden. Das Wasser ist hier meist sehr ruhig und kristallklar. Abends kannst du hier fantastische Sonnenuntergänge beobachten. Parkplätze gibt es direkt an der Straße hinter dem Strand, allerdings sind diese oft schnell belegt.

Ein paar Kilometer weiter östlich liegt Ribeira Brava. Auch hier gibt es einen kleinen, feinen Strand mit einer Mischung aus schwarzem Sand und Kies. Eine künstliche Mole schützt den Strand vor den Wellen, was das Schwimmen sehr angenehm macht. Im Sommer wird hier oft ein kleines schwimmendes Ponton im Wasser verankert, von dem aus man ins Meer springen kann. Direkt hinter dem Strand beginnt die charmante Altstadt von Ribeira Brava mit guten Cafés.

Geheimtipps für Abenteurer und Ruhesuchende

Wenn du dem Trubel entfliehen willst und bereit bist, etwas mehr Aufwand für deinen Badetag zu betreiben, hat Madeira einige versteckte Perlen zu bieten. Im äußersten Osten, nahe der Halbinsel Ponta de São Lourenço, liegt die Prainha (Prainha do Caniçal). Dieser natürliche, schwarze Sandstrand liegt in einer kargen, fast wüstenartigen Landschaft, die so ganz anders ist als der grüne Rest der Insel. Der Abstieg vom Parkplatz dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Da die Bucht nach Osten geöffnet ist, kann es hier recht windig sein, aber die raue Schönheit ist absolut faszinierend.

Ein echtes Abenteuer ist der Besuch der Fajã dos Padres. Dieser schmale Küstenstreifen am Fuße einer gigantischen Steilklippe ist nur per Boot oder mit einer extrem steilen Seilbahn erreichbar. Unten erwartet dich ein steiniger Kiesstrand, an dem das Wasser so klar ist, dass es fast unwirklich wirkt. Es gibt hier ein fantastisches Restaurant, das frischen Fisch und Wein aus eigenem Anbau serviert. Ein perfekter Ort, um die Seele baumeln zu lassen.

Noch abgelegener ist Calhau da Lapa im Süden der Insel. Um dorthin zu gelangen, musst du einen steilen, schweißtreibenden Fußweg über viele Treppenstufen auf dich nehmen. Unten angekommen, findest du keinen klassischen Strand, sondern ein Betonplateau und alte, in den Fels gehauene Fischerhöhlen. Das Wasser ist hier tiefer und eignet sich hervorragend zum Schnorcheln. Nimm dir unbedingt genug Trinkwasser und Snacks mit, denn Infrastruktur gibt es hier unten keine.

Die besten Badestellen auf Madeira im Vergleich
OrtTypUntergrundFahrzeit ab FunchalParken
Porto MonizNaturschwimmbeckenLavagestein / Beton60–75 Min.Parkhaus & Straße
SeixalNaturbuchtSchwarzer Sand60 Min.Straße (begrenzt)
CalhetaKünstliche BuchtHeller Sand45 Min.Großes Parkhaus
MachicoKünstliche BuchtHeller Sand30 Min.Parkplätze am Strand
Praia FormosaOffener StrandKies & dunkler Sand10 Min.Parkplatz vorhanden
Ponta do SolBuchtKies35 Min.Straße (gebührenpflichtig)
Prainha (Caniçal)NaturbuchtSchwarzer Sand40 Min.Parkplatz oben an der Straße
Die besten Badestellen auf Madeira im Vergleich
Vor-Ort-Tipp

Badeschuhe sind auf Madeira absolut Gold wert! Da die meisten Badestellen aus Kies, runden Steinen oder scharfkantigem Lavagestein bestehen, ist der Einstieg barfuß oft schmerzhaft oder rutschig. Mit festen Wasserschuhen oder Neoprenschuhen kommst du überall bequem und sicher ins Wasser. Pack sie unbedingt in deinen Koffer!

Schnorcheln und Tauchen auf Madeira

Durch die felsige Küste und das Fehlen von feinem Sand, der das Wasser trüben könnte, bietet Madeira exzellente Bedingungen zum Schnorcheln und Tauchen. Die Sichtweiten unter Wasser betragen oft 20 bis 30 Meter. Ein absolutes Muss für Unterwasser-Fans ist das Unterwasser-Naturreservat von Garajau (Reserva Natural do Garajau). Du erreichst den Strand am besten mit der Seilbahn, die direkt neben der Christusstatue (Cristo Rei) abfährt.

Im Reservat von Garajau ist das Fischen streng verboten, weshalb die Unterwasserwelt hier extrem intakt ist. Schon beim Schnorcheln nahe der Küste kannst du bunte Papageienfische, Trompetenfische, Muränen und mit etwas Glück sogar Rochen oder Meeresschildkröten sehen. Die absoluten Stars des Reservats sind jedoch die riesigen, zutraulichen Zackenbarsche (Meros), die oft neugierig zu den Tauchern und Schnorchlern herankommen.

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Sicherheit beim Baden im Atlantik

Der Atlantik rund um Madeira ist kein ruhiges Mittelmeer. Er kann rau, wild und unberechenbar sein. Sicherheit sollte beim Baden daher immer an erster Stelle stehen. Achte an bewachten Stränden unbedingt auf die Farbe der Flaggen: Grün bedeutet sicheres Baden, Gelb mahnt zur Vorsicht (nur bis zum Bauch ins Wasser), und bei Rot herrscht absolutes Badeverbot. Nimm diese Warnungen ernst, denn die Strömungen können extrem stark sein.

Besonders an der Nordküste (z. B. in Seixal oder an den ungeschützten Küstenabschnitten) ist die Brandung oft gewaltig. Unterschätze niemals die Kraft der Wellen, auch wenn das Meer auf den ersten Blick ruhig wirkt. Sogenannte 'Freak Waves' (plötzlich auftretende, sehr große Wellen) können dich leicht von den Felsen reißen. Bleibe an den unbewachten Lavabecken immer aufmerksam und beobachte das Meer eine Weile, bevor du ins Wasser gehst. Bei Flut und starkem Wellengang können selbst die geschützten Becken in Porto Moniz überspült werden.

Fazit: Baden mit Charakter und Abenteuerlust

Madeira ist definitiv kein Ziel für den klassischen, zweiwöchigen Strandurlaub, bei dem man jeden Tag auf derselben Liege im Sand verbringt. Und genau das ist das Schöne daran! Das Baden auf Madeira hat Charakter. Es ist wilder, abwechslungsreicher und oft mit kleinen Abenteuern verbunden. Die Lavabecken, die versteckten Kiesbuchten am Fuße gigantischer Klippen und die wenigen, aber feinen Sandstrände haben alle ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Reiz.

Mit einem Mietwagen bist du perfekt gerüstet, um jeden Tag eine neue, faszinierende Badestelle zu entdecken. Du kannst morgens in den Bergen wandern und nachmittags zur Abkühlung in ein Naturschwimmbecken springen. Je nach Wetterlage fährst du einfach dorthin, wo die Sonne scheint – meistens ist das der sonnige Süden oder Südwesten. Pack deine Badeschuhe und deine Schnorchelausrüstung ein, und freu dich auf ein Badeerlebnis, das du so nirgendwo anders in Europa finden wirst.

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