Eine Woche ist perfekt, um Madeira in Ruhe kennenzulernen. Mit dieser Route siehst du die wichtigsten Highlights, ohne dich zu stressen. Wir teilen die Insel in Tagesetappen auf, jede mit einem klaren Schwerpunkt – und alles fahrbar mit deinem Mietwagen ab Funchal. Schnall dich an, pack die Sonnenbrille ein und lass uns gemeinsam die schönste Blumeninsel im Atlantik erkunden!
Diese Route ist so gebaut, dass du nicht jeden Tag das Hotel wechseln musst. Am besten nimmst du dir eine Unterkunft im Süden (Funchal oder Umgebung) und machst von dort Tagesausflüge. Die Insel ist klein genug, dass fast alles in maximal anderthalb Stunden erreichbar ist. So sparst du dir ständiges Kofferpacken und hast trotzdem alles gesehen. Außerdem ist das Wetter im Süden meistens etwas stabiler und sonniger als im rauen Norden. Du wachst morgens auf, checkst kurz die Wetter-App (oder die genialen Webcams der Insel) und entscheidest dann, ob du lieber in die Berge fährst oder an die Küste. Flexibilität ist auf Madeira alles, und genau dafür ist ein Mietwagen Gold wert.
Ein kleiner Tipp vorweg: Madeira ist eine Vulkaninsel. Das bedeutet, es geht ständig bergauf und bergab. Die Straßen sind zwar super ausgebaut, aber oft steil und kurvig. Wenn du dir einen Mietwagen aussuchst, nimm nicht unbedingt die allerkleinste Motorisierung. Ein bisschen PS unter der Haube macht die Fahrten in die Berge deutlich entspannter. Und keine Sorge wegen der Tunnel – die Via Rápida (die Schnellstraße) verbindet die wichtigsten Orte im Süden blitzschnell miteinander. So, jetzt aber los mit unserer perfekten 7-Tage-Route!
Tag 1: Ankunft, Mietwagen und Funchal entspannt kennenlernen
Nach der Landung am spektakulären Flughafen von Madeira (der übrigens auf Stelzen über dem Meer gebaut ist – ein echtes Erlebnis!) holst du direkt deinen Mietwagen ab. Die Schalter der Autovermietungen sind super leicht zu finden. Von dort fährst du ganz entspannt über die Schnellstraße nach Funchal. Das dauert je nach Verkehr nur etwa 20 bis 30 Minuten. Check in Ruhe in deiner Unterkunft ein und lass das Auto für den Rest des Tages am besten stehen. Funchal erkundet man nämlich am schönsten zu Fuß.
Den ersten Tag nimmst du locker: Schlendere durch die charmante Altstadt (Zona Velha) mit ihren bemalten Türen in der Rua de Santa Maria. Hier reiht sich ein kleines Restaurant an das nächste. Ein absolutes Muss ist auch die Markthalle 'Mercado dos Lavradores'. Die Farben der exotischen Früchte und der Trubel bei den Fischhändlern sind fantastisch. Probier unbedingt eine der vielen Maracuja-Sorten! Wer noch Energie hat, fährt am Nachmittag mit der Seilbahn hoch nach Monte. Der Blick über die Bucht von Funchal ist atemberaubend. Abends gönnst du dir ein erstes traditionelles Espetada-Essen (Rindfleischspieß auf Lorbeerholz) – willkommen auf Madeira!
Parken in Funchal kann eine kleine Herausforderung sein. Achte bei der Buchung deiner Unterkunft darauf, dass ein Parkplatz dabei ist. Alternativ gibt es in der Innenstadt mehrere große Parkhäuser (z.B. am Almirante Reis), die preislich völlig in Ordnung sind.
Tag 2: Der wilde Osten – Ponta de São Lourenço und Santana
Heute geht es in den äußersten Osten der Insel. Die Halbinsel Ponta de São Lourenço ist landschaftlich komplett anders als der Rest von Madeira. Statt grüner Wälder erwartet dich hier eine karge, rote und unglaublich dramatische Vulkanlandschaft. Die Klippen fallen steil in den tosenden Atlantik ab. Die Wanderung bis zur Spitze (Vereda da Ponta de São Lourenço) dauert hin und zurück etwa drei bis vier Stunden. Nimm unbedingt genug Wasser, Sonnencreme und eine Kopfbedeckung mit – hier gibt es nämlich absolut keinen Schatten. Der Wind kann außerdem ziemlich ordentlich pusten, also pack auch eine leichte Jacke ein.
Nach der Wanderung bist du bestimmt hungrig. Fahr ein Stück zurück und mach einen Abstecher nach Caniçal, einem kleinen Fischerdorf. Hier gibt es fantastischen frischen Fisch und Meeresfrüchte zu fairen Preisen. Am Nachmittag fährst du dann weiter an der Nordküste entlang bis nach Santana. Der Ort ist berühmt für seine traditionellen, dreieckigen Strohhäuser (Casas de Colmo). Sie sehen aus wie aus einem Märchenbuch und sind ein tolles Fotomotiv. Die Fahrt dorthin über die alten Küstenstraßen ist ein Traum und bietet hinter jeder Kurve neue, spektakuläre Ausblicke.
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Tag 3: Über den Wolken – Pico do Arieiro und Ribeiro Frio
Heute fährst du hoch hinaus! Der Pico do Arieiro ist mit 1.818 Metern der dritthöchste Berg Madeiras und das Beste daran: Du kannst mit dem Mietwagen fast bis ganz nach oben fahren. Die Straße schlängelt sich in unzähligen Serpentinen durch Eukalyptuswälder bis über die Baumgrenze. Mein absoluter Geheimtipp: Fahr ganz früh los, um den Sonnenaufgang oben zu erleben. Wenn du über dem Wolkenmeer stehst und die ersten Sonnenstrahlen die schroffen Gipfel in ein goldenes Licht tauchen, ist das pure Magie. Vergiss nicht, dich warm anzuziehen, da oben kann es morgens empfindlich kalt sein!
Für geübte Wanderer startet hier eine der spektakulärsten Touren Europas: Die Wanderung vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo (dem höchsten Punkt der Insel). Die Strecke ist anspruchsvoll, aber jeden Schweißtropfen wert. Wenn du es lieber etwas gemütlicher magst, fährst du nach dem Gipfelerlebnis weiter nach Ribeiro Frio. Dieser Ort liegt mitten im dichten Lorbeerwald (Laurissilva). Hier kannst du eine kurze, flache Levada-Wanderung zum Aussichtspunkt 'Balcões' machen. Der Weg dauert nur etwa 45 Minuten (hin und zurück) und am Ende erwartet dich ein fantastischer Blick in ein tiefes, grünes Tal. Mit etwas Glück kannst du dort sogar die zutraulichen Madeira-Buchfinken füttern.
Was ist eigentlich eine Levada?
Levadas sind künstliche Wasserkanäle, die kreuz und quer über die Insel verlaufen. Sie wurden früher gebaut, um das Wasser aus dem regenreichen Norden in den trockeneren Süden zu leiten. Neben diesen Kanälen verlaufen schmale Wartungswege, die heute als fantastische Wanderwege dienen. Sie sind meistens relativ flach und führen dich tief in die unberührte Natur Madeiras.
Tag 4: Der raue Norden – São Vicente und Porto Moniz
Der Norden zeigt Madeira von seiner wilden, rauen Seite. Du fährst von Funchal aus quer über die Insel durch den Encumeada-Pass (oder bequem durch den Tunnel) nach São Vicente. Dieser kleine Ort liegt malerisch in einem Tal und ist bekannt für seine vulkanischen Höhlen. Von hier aus nimmst du die Küstenstraße in Richtung Westen. Diese Strecke ist ein absolutes Highlight für jeden Autofahrer! Die Straße klebt förmlich an den steilen Klippen, während unter dir die Wellen des Atlantiks gegen die Felsen krachen. Unterwegs kommst du am berühmten Wasserfall 'Véu da Noiva' (Brautschleier) vorbei, der direkt ins Meer stürzt.
Dein Ziel für heute ist Porto Moniz im äußersten Nordwesten. Der Ort ist weltberühmt für seine natürlichen Schwimmbecken (Piscinas Naturais). Diese Becken wurden vor Jahrtausenden durch abkühlende Lava geformt und werden ständig mit frischem Meerwasser überspült. Es gibt zwei Anlagen: Eine naturbelassene (kostenlos, aber etwas rutschig) und eine ausgebaute mit Liegeflächen und Duschen (kostet ein paar Euro Eintritt). Ein Bad in diesen Becken, während direkt daneben die Brandung tobt, ist ein unvergessliches Erlebnis. Pack also unbedingt deine Badesachen ein!
Tag 5: Magischer Westen – Rabaçal, 25 Fontes und Paul da Serra
Im Westen liegt eines der schönsten und beliebtesten Wandergebiete der Insel: Rabaçal. Um dorthin zu gelangen, fährst du über die Hochebene Paul da Serra. Diese Hochebene auf rund 1.500 Metern Höhe ist völlig flach und erinnert fast ein bisschen an die schottischen Highlands. Oft grasen hier Kühe direkt neben der Straße, also fahr schön vorsichtig. Von der Hochebene geht es dann hinab ins grüne Tal von Rabaçal.
Hier startet die berühmte Levada-Wanderung zu den '25 Fontes' (25 Quellen). Der Weg führt durch dichten, märchenhaften Lorbeerwald bis zu einer Felswand, aus der unzählige kleine Wasserfälle in ein kristallklares Becken plätschern. Die Wanderung ist wunderschön, aber auch sehr beliebt. Mein Tipp: Sei entweder sehr früh morgens (vor 9 Uhr) oder am späteren Nachmittag dort, um den großen Reisebussen zu entgehen. Wer nicht so weit wandern möchte, kann auch nur bis zum Risco-Wasserfall gehen, der ebenfalls sehr beeindruckend ist.
| Tag | Region | Highlight | Fahrzeit (ca.) |
|---|---|---|---|
| 1 | Funchal | Altstadt, Monte, Markthalle | 30 Min |
| 2 | Osten | São Lourenço, Santana | 1,5 Std |
| 3 | Berge | Pico do Arieiro, Ribeiro Frio | 1 Std |
| 4 | Norden | Porto Moniz, São Vicente | 1,5 Std |
| 5 | Westen | 25 Fontes, Paul da Serra | 1 Std |
| 6 | Südwesten | Cabo Girão, Câmara de Lobos | 45 Min |
| 7 | Funchal | Puffer, Souvenirs, Abreise | 30 Min |
Tag 6: Entspannter Südwesten – Cabo Girão und Câmara de Lobos
Nach den vielen Eindrücken der letzten Tage lassen wir es heute etwas ruhiger angehen. Dein erstes Ziel ist das Cabo Girão. Mit 580 Metern ist es eine der höchsten Steilklippen Europas. Das Highlight hier ist der 'Skywalk' – eine gläserne Aussichtsplattform, die über den Abgrund ragt. Wenn du nach unten schaust, siehst du die winzigen Terrassenfelder (Fajãs) direkt am Meer. Nichts für schwache Nerven, aber der Ausblick über die Südküste bis nach Funchal ist gigantisch. Und das Beste: Es liegt nur etwa 20 Autominuten von Funchal entfernt.
Anschließend fährst du hinunter in das malerische Fischerdorf Câmara de Lobos. Die bunten Fischerboote in der kleinen Bucht sind ein tolles Motiv. Schon Winston Churchill war von diesem Ort so begeistert, dass er hier oft saß und malte. Schlendere an der Promenade entlang und setz dich in eine der kleinen Bars am Hafen. Hier musst du unbedingt das Nationalgetränk Madeiras probieren: Poncha! Ein Mix aus Zuckerrohrschnaps, Honig und frischem Zitronen- oder Orangensaft. Aber Vorsicht, das Zeug hat es in sich! Lass das Auto danach lieber stehen oder nimm dir ein Taxi zurück nach Funchal.
Wenn du noch Zeit und Lust hast, fahr von Câmara de Lobos weiter nach Fajã dos Padres. Du erreichst diesen versteckten Ort nur über eine steile Seilbahn. Unten erwartet dich ein kleines Paradies mit einem Bio-Bauernhof, einem tollen Restaurant direkt am Kieselstrand und absoluter Ruhe.
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Tag 7: Puffer, letzte Eindrücke und Abreise
Der letzte Tag ist dein persönlicher Puffer. Vielleicht gab es einen Ort, der dir so gut gefallen hat, dass du ihn nochmal besuchen möchtest? Oder das Wetter hat an einem Tag nicht mitgespielt und du möchtest eine Tour nachholen? Jetzt ist die Zeit dafür. Wenn du einfach nur entspannen willst, such dir ein schönes Café in Funchal, iss noch ein letztes Pastel de Nata (die portugiesischen Puddingtörtchen sind süchtig machend) und kauf ein paar Souvenirs. Beliebt sind Madeirawein, Bolo de Mel (ein würziger Honigkuchen) oder handgemachte Stickereien.
Plane genug Zeit ein, um den Mietwagen entspannt am Flughafen zurückzugeben. Die Tankstellen in der Nähe des Flughafens (z.B. in Santa Cruz oder Machico) sind gut erreichbar, sodass du das Auto problemlos vollgetankt abgeben kannst. Die Rückgabe bei den meisten Vermietern verläuft auf Madeira in der Regel sehr unkompliziert und zügig. Mit einem Kopf voller Erinnerungen an schroffe Klippen, grüne Wälder und tosende Wellen steigst du schließlich in den Flieger nach Hause.
Fazit: In sieben Tagen die ganze Insel erleben
Mit dieser Route erlebst du Madeira in seiner ganzen, unglaublichen Vielfalt – das städtische Flair in Funchal, die schroffen Berge, den wilden Norden, den grünen Westen und die sonnige Küste – und das alles ohne Hektik. Der Schlüssel zu diesem entspannten Urlaub ist definitiv ein Mietwagen und eine feste Basis im Süden der Insel. Du bist dein eigener Reiseleiter und kannst jeden Tag spontan entscheiden.
Natürlich ist diese Route nur ein Vorschlag. Pass die Etappen ruhig an deine persönlichen Interessen an. Du bist ein absoluter Wander-Freak? Dann plan mehr Zeit in den Bergen und an den Levadas ein. Du liebst das Meer? Dann verbring mehr Zeit in Porto Moniz oder an den Stränden von Calheta und Machico. Alles ist möglich, wenn du mobil bist. Madeira wird dich mit seiner Schönheit garantiert verzaubern – wir wünschen dir eine fantastische Reise!
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