Was Madeira fehlt – ein langer, goldener Sandstrand – hat die kleine Nachbarinsel Porto Santo im Überfluss: unglaubliche neun Kilometer feinsten Sand. Kein Wunder, dass viele Madeira-Urlauber einen Abstecher dorthin machen, um das raue Vulkangestein für ein paar Stunden oder Tage gegen karibisches Flair einzutauschen. Wir erklären dir im Detail, wie du mit der Fähre hinkommst, ob sich die Mitnahme deines Mietwagens lohnt und worauf du bei der Planung deines Insel-Hoppings unbedingt achten solltest.
Warum Porto Santo der perfekte Kontrast zu Madeira ist
Wenn du auf Madeira landest, bist du sofort von steilen Klippen, tiefgrünen Tälern und schroffen Vulkanlandschaften umgeben. Was du dort allerdings vergeblich suchst, sind kilometerlange, flache Sandstrände. Genau hier kommt Porto Santo ins Spiel. Die kleine Schwesterinsel liegt nur etwa 40 Kilometer nordöstlich von Madeira und könnte landschaftlich kaum unterschiedlicher sein. Statt üppiger Vegetation und hohen Bergen erwartet dich hier eine eher karge, flache und sonnenverwöhnte Landschaft, die fast schon ein bisschen an die Kapverden erinnert. Das Klima ist trockener, die Uhren ticken noch ein wenig langsamer und die gesamte Atmosphäre ist vollkommen auf Entspannung ausgerichtet.
Das absolute Highlight und der Hauptgrund für die meisten Besucher ist natürlich der Strand. Ganze neun Kilometer zieht sich der feine, goldgelbe Sand an der Südküste entlang. Das Wasser ist kristallklar, leuchtet in den schönsten Türkistönen und fällt angenehm flach ab. Für viele Madeira-Urlauber ist ein Abstecher nach Porto Santo daher die perfekte Ergänzung: Erst ein paar Tage wandern und die wilde Natur Madeiras erkunden, und danach pure Entspannung am Strand genießen. Es ist fast so, als würdest du zwei völlig verschiedene Urlaube in einer einzigen Reise kombinieren.
Für wen lohnt sich der Trip?
Ein Ausflug nach Porto Santo lohnt sich im Grunde für jeden, der sich nach einem klassischen Strandtag sehnt. Besonders Familien mit Kindern schätzen das ruhige Wasser und den weichen Sand, in dem man wunderbar spielen und Sandburgen bauen kann. Aber auch Paare, die einen romantischen Spaziergang bei Sonnenuntergang machen möchten, oder Wassersportler kommen hier voll auf ihre Kosten. Wenn du allerdings nur drei oder vier Tage auf Madeira bist, solltest du dir gut überlegen, ob du einen ganzen Tag für die Überfahrt opfern möchtest, da es auf der Hauptinsel selbst schon unglaublich viel zu sehen gibt. Bei einer Woche oder mehr Aufenthalt ist der Trip jedoch wärmstens zu empfehlen.
Die Fährüberfahrt: Alles, was du wissen musst
Die einzige Möglichkeit, als normaler Urlauber mit dem Auto nach Porto Santo zu kommen, ist die Fähre der Reederei Porto Santo Line. Das Schiff namens "Lobo Marinho" startet im Hafen von Funchal und bringt dich in rund zwei Stunden und fünfzehn Minuten sicher auf die Nachbarinsel. Die Fähre ist recht groß, modern ausgestattet und bietet neben bequemen Sitzplätzen auch Restaurants, Bars, ein Kino und sogar einen kleinen Pool an Deck. Du kannst dir also während der Überfahrt wunderbar die Zeit vertreiben, einen Kaffee trinken und schon mal die frische Meeresbrise an Deck genießen.
Tickets, Preise und Fahrplan
In der Regel verkehrt die Fähre einmal täglich. Sie startet morgens (meist gegen 8:00 Uhr) in Funchal und fährt abends (oft gegen 18:00 oder 19:00 Uhr) von Porto Santo wieder zurück. Dieser Fahrplan ist ideal für Tagesausflügler, da du so den ganzen Tag auf der Insel nutzen kannst. In den Wintermonaten oder bei schlechtem Wetter kann es vorkommen, dass die Fähre an bestimmten Tagen gar nicht fährt oder die Zeiten abweichen. Die Tickets für Erwachsene kosten für Hin- und Rückfahrt je nach Saison etwa 60 bis 80 Euro. Wenn du dein Auto mitnehmen möchtest, wird es deutlich teurer, dazu aber gleich mehr.
Buche deine Tickets unbedingt im Voraus, besonders wenn du in der Hauptsaison (Juli bis September) reist oder ein Auto mitnehmen willst. Die Fahrzeugstellplätze auf dem Schiff sind begrenzt und oft schon Wochen vorher ausgebucht. Du kannst die Tickets bequem online auf der Website der Porto Santo Line kaufen.
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Mietwagen mitnehmen oder vor Ort mieten?
Das ist wohl die häufigste Frage, die sich Urlauber stellen, wenn sie einen Trip nach Porto Santo planen. Du hast grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder du nimmst deinen auf Madeira gemieteten Wagen mit auf die Fähre, oder du lässt ihn in Funchal stehen und mietest dir auf Porto Santo ein neues Fahrzeug. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, und die Entscheidung hängt stark davon ab, wie lange du bleibst und was genau du vorhast. Lass uns beide Optionen im Detail anschauen.
Option 1: Das Auto auf der Fähre mitnehmen
Die Mitnahme deines Mietwagens ist super bequem. Du fährst morgens in Funchal direkt auf die Fähre, parkst dein Auto unter Deck und kannst auf Porto Santo sofort losdüsen, ohne dich um Papierkram oder Warteschlangen an einem Schalter kümmern zu müssen. Allerdings gibt es hier zwei große Haken. Erstens: Nicht jede Autovermietung auf Madeira erlaubt die Überfahrt nach Porto Santo. Du musst das unbedingt vorher in den Mietbedingungen checken oder direkt beim Vermieter anfragen. Oft wird dafür eine zusätzliche Gebühr fällig, da der Versicherungsschutz auf die Nachbarinsel ausgeweitet werden muss. Zweitens: Das Fährticket für ein Auto ist nicht gerade günstig und kostet oft über 100 Euro extra.
Option 2: Auto in Funchal stehen lassen und drüben mieten
Wenn du nur für einen Tagesausflug rüberfährst, ist es meistens günstiger und stressfreier, den Mietwagen in Funchal am Hafen (oder in der Nähe) zu parken. Auf Porto Santo angekommen, kannst du dir direkt am Hafen oder im nahegelegenen Hauptort Vila Baleira einen kleinen Wagen, einen Motorroller oder sogar ein E-Bike mieten. Die Insel ist klein, die Entfernungen sind kurz, und du brauchst hier definitiv keinen großen SUV. Für einen reinen Strandtag reicht es sogar völlig aus, einfach den Bus oder ein Taxi vom Hafen zum Strand zu nehmen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Nerven bei der Fährbuchung.
| Kriterium | Auto mitnehmen | Vor Ort mieten |
|---|---|---|
| Kosten | Hoch (Fährticket + evtl. Vermieter-Gebühr) | Mittel (Tagesmiete auf Porto Santo) |
| Bequemlichkeit | Sehr hoch (kein Fahrzeugwechsel) | Mittel (Papierkram vor Ort) |
| Voraussetzungen | Erlaubnis der Autovermietung zwingend nötig | Führerschein und Kreditkarte |
| Flexibilität | Maximal, eigenes Gepäck bleibt im Auto | Gut, aber Auswahl an Fahrzeugen begrenzt |
| Empfehlung für | Längere Aufenthalte (ab 3 Tagen) | Tagesausflüge oder Kurztrips |
Die besten Sehenswürdigkeiten auf Porto Santo
Auch wenn die Insel klein ist, hat sie weit mehr zu bieten als nur Sand. Wenn du dir ein Auto oder einen Roller geschnappt hast, kannst du die Insel wunderbar auf eigene Faust erkunden. Die Straßen sind gut ausgebaut, der Verkehr ist extrem entspannt und du kannst dich eigentlich nicht verfahren. Hier sind die absoluten Highlights, die du dir neben dem Strand nicht entgehen lassen solltest.
Der 9 Kilometer lange Traumstrand
Der "Praia do Porto Santo" ist das unangefochtene Herzstück der Insel. Er erstreckt sich fast über die gesamte Südküste und ist in verschiedene Abschnitte unterteilt. Der Sand hier ist nicht nur wunderschön anzusehen, sondern ihm wird auch eine heilende Wirkung nachgesagt. Die Einheimischen schwören darauf, dass das Liegen im warmen Sand bei Rheuma und Gelenkbeschwerden hilft. Ob das stimmt, musst du selbst herausfinden. Fakt ist: Das Wasser ist hier meist ein bis zwei Grad wärmer als auf Madeira, und die sanften Wellen laden zum stundenlangen Baden ein.
Vila Baleira: Das charmante Hauptstädtchen
Vila Baleira ist der einzige größere Ort auf Porto Santo und versprüht einen ganz eigenen, verschlafenen Charme. Hier leben die meisten der rund 5000 Einwohner der Insel. Schlendere über den zentralen Platz, den Largo do Pelourinho, setz dich in ein kleines Café und beobachte das Treiben. Ein kulturelles Highlight ist das Kolumbus-Haus (Casa Museu Cristóvão Colombo). Christoph Kolumbus hat tatsächlich einige Zeit auf Porto Santo gelebt und war mit der Tochter des ersten Inselgouverneurs verheiratet. Das kleine Museum in seinem ehemaligen Wohnhaus ist absolut sehenswert und gibt dir einen Einblick in die Geschichte der Entdecker.
Aussichtspunkte: Miradouro das Flores und Pico de Ana Ferreira
Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, solltest du unbedingt die verschiedenen Aussichtspunkte ansteuern. Der Miradouro das Flores im Südwesten bietet dir einen spektakulären Blick über den gesamten Strand bis hin zur Nachbarinsel Ilhéu de Baixo. Ein weiteres geologisches Highlight ist der Pico de Ana Ferreira. Hier findest du faszinierende, prismenförmige Basaltsäulen, die an eine riesige Orgel erinnern. Sie sind das Ergebnis vulkanischer Aktivität vor Millionen von Jahren und ein fantastisches Fotomotiv, das du so schnell nicht vergessen wirst.
Die raue Nordküste und Fonte da Areia
Während der Süden flach und sandig ist, zeigt sich Porto Santo im Norden von seiner wilden Seite. Hier fallen steile Klippen dramatisch ins Meer ab und die Wellen peitschen gegen die Felsen. Ein toller Stopp ist die Fonte da Areia, eine ehemalige Wasserquelle, die von bizarren, vom Wind geformten Sandsteinformationen umgeben ist. Die Landschaft hier wirkt fast wie auf einem anderen Planeten und bildet einen krassen Kontrast zum lieblichen Strand im Süden. Ein kurzer Spaziergang hier lohnt sich auf jeden Fall.
Ein perfekter Tagesausflug: Routenvorschlag
Du hast nur einen Tag Zeit und möchtest das Beste aus deinem Trip herausholen? Kein Problem. Mit einer guten Planung kannst du die Highlights von Porto Santo wunderbar an einem einzigen Tag erleben. Hier ist ein erprobter Routenvorschlag für deinen perfekten Inseltag, der Sightseeing und Entspannung optimal kombiniert.
Vormittags: Ankunft und Inselerkundung
Wenn die Fähre gegen 10:30 Uhr anlegt, holst du dir am besten direkt deinen Mietwagen oder Roller. Starte deine Tour in Richtung Westen zum Pico de Ana Ferreira, um die beeindruckenden Basaltsäulen im besten Morgenlicht zu fotografieren. Danach fährst du weiter zum Miradouro das Flores für den ultimativen Panoramablick über die Küste. Anschließend machst du einen Abstecher an die raue Nordküste zur Fonte da Areia, bevor du dich langsam wieder in Richtung Zivilisation aufmachst. So hast du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten schon am Vormittag abgehakt.
Nachmittags: Strand und Entspannung
Gegen Mittag fährst du nach Vila Baleira. Parke dein Auto, bummle ein wenig durch die Gassen und suche dir ein nettes Restaurant für ein entspanntes Mittagessen. Probier unbedingt den frischen Fisch oder lokale Spezialitäten! Den gesamten Nachmittag reservierst du dann für das, wofür du eigentlich gekommen bist: den Strand. Such dir ein schönes Plätzchen, spring in die Wellen und lass die Seele baumeln. Gegen 17:30 Uhr machst du dich dann langsam wieder auf den Weg zum Hafen, gibst deinen Mietwagen ab und gehst entspannt an Bord der Fähre für die Rückreise nach Madeira.
Wenn du zu Seegang neigst: Die Strecke zwischen Madeira und Porto Santo kann bei Wind etwas schaukeln. Ein Platz in der Schiffsmitte und ein Blick zum Horizont helfen. Wer ganz sichergehen will, nimmt vorbeugend ein Mittel gegen Reiseübelkeit, das du am besten schon eine halbe Stunde vor Abfahrt einnimmst.
Kulinarische Highlights: Was du probieren solltest
Auch kulinarisch hat Porto Santo einiges zu bieten. Die Küche ist stark von Madeira geprägt, hat aber ihre eigenen kleinen Besonderheiten. Da du dich auf einer Insel befindest, steht natürlich frischer Fisch ganz oben auf der Speisekarte. Besonders lecker ist der Degenfisch (Espada), den du hier in allen erdenklichen Variationen bekommst, oft klassisch mit gebratener Banane. Aber auch Thunfischsteaks und frische Meeresfrüchte sind absolut empfehlenswert und werden in den meisten Restaurants fangfrisch serviert.
Ein absolutes Muss ist das Bolo do Caco. Dieses traditionelle, flache Süßkartoffelbrot wird auf einer heißen Steinplatte gebacken und meist warm mit reichlich Knoblauchbutter serviert. Es ist der perfekte Snack für zwischendurch oder eine köstliche Beilage zum Hauptgericht. Wenn du eine Naschkatze bist, solltest du außerdem die Lambecas probieren. Das ist das berühmteste Eis der Insel, das an einem kleinen Kiosk im Zentrum von Vila Baleira verkauft wird. An heißen Sommertagen stehen die Leute hier oft Schlange, aber das Warten lohnt sich definitiv!
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Lohnt sich eine Übernachtung auf Porto Santo?
Viele Urlauber machen nur einen Tagesausflug, aber wenn du die Zeit hast, lohnt sich eine Übernachtung auf jeden Fall. Wenn die Tagesgäste am späten Nachmittag mit der Fähre verschwinden, kehrt auf der Insel eine wunderbare Ruhe ein. Du hast den Strand fast für dich allein und kannst einen spektakulären Sonnenuntergang genießen, ohne auf die Uhr schauen zu müssen. Die Atmosphäre am Abend in Vila Baleira ist herrlich entspannt und authentisch.
Außerdem nimmt eine Übernachtung den Stress aus der Reise. Die Fährüberfahrt dauert immerhin über zwei Stunden pro Strecke. Wenn du das an einem Tag hin und zurück machst, verbringst du fast fünf Stunden auf dem Schiff. Mit ein oder zwei Übernachtungen wird der Trip deutlich entspannter. Es gibt auf Porto Santo einige sehr schöne Hotels und gemütliche Ferienwohnungen, die oft sogar direkten Strandzugang haben. So kannst du morgens direkt nach dem Aufstehen ins Meer springen.
Fazit: Dein Insel-Abenteuer wartet
Porto Santo ist das ideale Gegenstück zu Madeiras grünen Bergen: flach, sonnig und mit einem absoluten Traumstrand gesegnet. Ein Tagesausflug lohnt sich definitiv, mehr Zeit zu investieren lohnt sich sogar noch mehr. Plane die Fähre rechtzeitig, entscheide dich bewusst für die Auto-Mitnahme oder einen Mietwagen vor Ort und genieße die neun Kilometer goldenen Sand, die Madeira selbst nicht zu bieten hat. Es ist der perfekte Ort, um im Urlaub noch einmal richtig die Batterien aufzuladen und das portugiesische Inselleben in vollen Zügen zu genießen.
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