Der Pico do Arieiro ist mit 1818 Metern der dritthöchste Berg Madeiras – und einer der wenigen Gipfel weltweit, die du fast komplett mit dem Auto erreichst. Oben erwartet dich bei gutem Wetter ein Anblick, der süchtig macht: ein endloses Wolkenmeer, aus dem nur die höchsten Gipfel ragen. Ob du nun früh morgens zum Sonnenaufgang hochfährst oder tagsüber die Aussicht genießt, dieses Erlebnis gehört auf jede Madeira-Bucketlist.
Es gibt Orte, die vergisst man nie. Der Pico do Arieiro bei Sonnenaufgang gehört definitiv dazu. Stell dir vor: Während unten in Funchal noch alles schläft und die Straßenlaternen schwach leuchten, stehst du hier oben über den Wolken. Die Sonne färbt den Himmel langsam in ein intensives Orange, Pink und Violett, und unter dir liegt ein weiches, weißes Meer aus Wolken. Das Beste daran? Du brauchst keine anstrengende, stundenlange Wanderung im Dunkeln, um hierher zu kommen – ein Mietwagen reicht völlig aus. Du fährst einfach hoch, parkst dein Auto und bist in wenigen Minuten an einem der spektakulärsten Aussichtspunkte Europas.
Genau diese Zugänglichkeit macht den Pico do Arieiro so besonders. Er ist nicht nur für erfahrene Bergsteiger reserviert, sondern für jeden, der ein Auto steuern kann. Aber Vorsicht: Gerade weil es so einfach ist, gibt es ein paar Dinge, die du wissen solltest, bevor du dich auf den Weg machst. Von der richtigen Uhrzeit über die Parkplatzsituation bis hin zur passenden Kleidung – in diesem Guide verrate ich dir alles, was du für deinen perfekten Trip auf den dritthöchsten Gipfel Madeiras brauchst.
Anfahrt: So kommst du zum Pico do Arieiro
Die Fahrt von Funchal hinauf zum Pico do Arieiro ist an sich schon ein kleines Abenteuer. Du startest auf Meereshöhe und schraubst dich über die Orte Monte und Poiso immer weiter nach oben. Die Strecke ist durchgehend asphaltiert und gut ausgebaut, aber mach dich auf viele Kurven und teils steile Abschnitte gefasst. Rechne mit rund 45 Minuten reiner Fahrzeit ab Funchal. Wenn du von anderen Teilen der Insel kommst, etwa von Calheta oder Machico, dauert es entsprechend länger. Der Weg führt dich durch dichte Eukalyptuswälder, die herrlich duften, bis die Bäume plötzlich verschwinden und einer kargen, fast mondartigen Landschaft Platz machen.
Ein wichtiger Tipp für die Fahrt: Lass dir Zeit. Die Straßen können besonders früh morgens feucht und rutschig sein, und manchmal überqueren Schafe oder Kühe die Fahrbahn. Oben angekommen, gibt es einen großen Parkplatz direkt unterhalb des Gipfels. Von dort sind es wirklich nur noch ein paar Gehminuten über gepflasterte Wege und Treppen bis zur Hauptaussichtsplattform (Miradouro do Juncal). Du musst also kein erfahrener Wanderer sein, um die Aussicht zu genießen.
Zieh dich warm an! Auch wenn es unten in Funchal angenehme 22 Grad hat und du in Shorts und T-Shirt herumläufst, kann es oben auf über 1800 Metern empfindlich kalt und extrem windig sein. Eine winddichte Jacke, ein warmer Pullover und vielleicht sogar eine Mütze gehören immer ins Auto, wenn du in die Berge fährst.
Parken am Gipfel: Was du wissen musst
Der Parkplatz am Pico do Arieiro ist kostenlos, aber er hat einen Haken: Er ist nicht unendlich groß. Besonders zum Sonnenaufgang und in der Hauptsaison (Sommer und Feiertage) kann es hier sehr voll werden. Wenn du zu spät kommst, musst du möglicherweise weiter unten an der Straße parken und ein Stück laufen. Mein Rat: Sei lieber 30 Minuten früher da, als du eigentlich planst. So hast du keinen Stress bei der Parkplatzsuche und kannst dir in Ruhe den besten Spot für deine Fotos suchen.
Es gibt übrigens zwei Parkbereiche. Der obere Parkplatz ist direkt am Radar-Turm und dem kleinen Café. Wenn dieser voll ist, gibt es etwas weiter unten einen größeren Überlaufparkplatz. Von dort läufst du etwa 10 bis 15 Minuten bergauf zum Gipfel. Das ist kein Drama, aber gut zu wissen, wenn du es eilig hast, den Sonnenaufgang nicht zu verpassen.
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Die beste Uhrzeit: Sonnenaufgang oder tagsüber?
Das ist wohl die häufigste Frage: Wann soll ich hochfahren? Der Sonnenaufgang ist ohne Zweifel das absolute Highlight. Das Licht, die Stimmung, das Wolkenmeer – das ist pure Magie. Aber du musst dafür sehr früh aus den Federn. Je nach Jahreszeit geht die Sonne zwischen 7:00 Uhr (im Winter) und 7:30 Uhr (im Sommer) auf. Das bedeutet, du musst oft schon um 5:30 Uhr oder 6:00 Uhr in Funchal losfahren. Dafür wirst du mit einem oft klareren Wolkenmeer belohnt, da sich die Wolken im Laufe des Tages oft weiter nach oben schieben.
Wer im Urlaub nicht so früh raus will, kann natürlich auch tagsüber kommen. Auch dann ist die Aussicht spektakulär, wenn das Wetter mitspielt. Allerdings hängen ab dem späten Vormittag oder Mittag oft Wolken direkt am Gipfel selbst, und die Sicht ist gleich null. Wenn du tagsüber fährst, checke unbedingt vorher die Webcam! Ein weiterer Vorteil des frühen Morgens: Es sind zwar viele Leute da, um den Sonnenaufgang zu sehen, aber danach leert es sich schnell wieder, bevor die großen Tourbusse anrollen.
Sonnenuntergang als Alternative?
Viele fragen sich, ob der Sonnenuntergang eine gute Alternative ist. Die kurze Antwort: Ja, aber es ist anders. Beim Sonnenuntergang hast du oft das Problem, dass sich über den Tag Wolken gebildet haben, die den Gipfel einhüllen. Wenn du Glück hast und es klar ist, ist das Licht fantastisch und es sind deutlich weniger Menschen dort als morgens. Es ist also ein kleines Glücksspiel, aber wenn du flexibel bist, definitiv einen Versuch wert.
| Thema | Info |
|---|---|
| Höhe | 1818 m |
| Fahrzeit ab Funchal | ca. 45 Min. |
| Parken | Parkplatz am Gipfel, kostenlos (früh da sein!) |
| Beste Zeit | Sonnenaufgang oder früher Vormittag |
| Mitnehmen | Warme, winddichte Jacke, Wasser, Kamera, feste Schuhe |
| Infrastruktur | Café, Toiletten, Souvenirshop (öffnen meist erst später) |
Was, wenn es bewölkt ist? Der Webcam-Trick
Das ist der absolute Clou am Pico do Arieiro: Oft liegt die Wolkendecke unter dem Gipfel. Das heißt, während es unten in Funchal grau, regnerisch und neblig ist, stehst du oben in strahlendem Sonnenschein über den Wolken. Lass dich also nicht vom Wetter an der Küste abschrecken! Es gibt eine goldene Regel für Madeira: Das Wetter an der Küste sagt nichts über das Wetter in den Bergen aus.
Wie findest du nun heraus, ob es sich lohnt hochzufahren? Ganz einfach: Nutze die Webcams! Es gibt eine Live-Webcam direkt am Pico do Arieiro (einfach nach 'Webcam Pico do Arieiro' googeln). Schau dort morgens vor der Abfahrt rein. Wenn du auf der Kamera blauen Himmel oder ein Wolkenmeer siehst: Nichts wie los! Wenn die Kamera nur eine graue Nebelwand zeigt, spar dir die Fahrt und versuche es an einem anderen Tag. Und genau hier spielt der Mietwagen seinen größten Trumpf aus: Du bist maximal flexibel und kannst spontan entscheiden, wann du hochfährst.
Die Königsetappe: Die Wanderung zum Pico Ruivo
Für viele ist der Pico do Arieiro nur der Startpunkt für das eigentliche Abenteuer: die Wanderung zum Pico Ruivo, dem höchsten Punkt der Insel (1862 m). Diese Route (PR1) gilt als eine der spektakulärsten Wanderungen Europas. Der Weg führt über schmale Grate, steile in den Fels gehauene Treppen und durch dunkle Tunnel. Die Ausblicke sind atemberaubend, aber die Tour ist nichts für schwache Nerven oder untrainierte Beine.
Die Wanderung ist anspruchsvoll. Du legst zwar 'nur' etwa 7 Kilometer (einfache Strecke) zurück, aber es geht ständig steil bergauf und bergab. Plane für den Hin- und Rückweg mindestens 5 bis 7 Stunden ein. Wichtig: Nimm unbedingt eine Stirnlampe für die Tunnel mit, trage feste Wanderschuhe und packe ausreichend Wasser und Snacks ein. Wenn du die Wanderung machst, solltest du möglichst früh starten, um der Mittagshitze und den Wolken, die oft nachmittags aufziehen, zuvorzukommen.
Wenn du nicht die komplette Wanderung zum Pico Ruivo machen möchtest, lohnt es sich trotzdem, die ersten 20 bis 30 Minuten des Weges zu laufen. Du kommst am 'Ninho da Manta' (Bussardnest) vorbei, einem Aussichtspunkt, der dir noch einmal völlig neue Perspektiven auf die zerklüftete Bergwelt bietet.
Logistik für die Wanderung: One-Way oder Hin- und Zurück?
Ein logistisches Problem bei der Wanderung zum Pico Ruivo ist, dass es keine Rundtour ist. Wenn du am Pico do Arieiro parkst, musst du den ganzen Weg wieder zurücklaufen. Eine beliebte Alternative ist es, einen Transfer zu organisieren. Du parkst dein Auto am Pico do Arieiro, läufst zum Pico Ruivo und steigst dann zur Achada do Teixeira ab (ein viel kürzerer und einfacherer Weg). Von dort lässt du dich mit einem Taxi oder einem gebuchten Transfer zurück zu deinem Auto am Pico do Arieiro bringen. Das spart dir den anstrengenden Rückweg.
Infrastruktur am Gipfel: Café und Souvenirs
Direkt am Gipfel, neben der großen Radarkuppel, gibt es ein kleines Gebäude. Hier findest du ein Café, Toiletten und einen Souvenirshop. Das Café ist perfekt, um sich nach dem kalten Sonnenaufgang mit einem heißen Kaffee (einem 'Bica' oder 'Garoto') und einem Pastel de Nata aufzuwärmen. Beachte aber, dass das Café meist erst gegen 9:00 Uhr öffnet. Wenn du zum Sonnenaufgang kommst, solltest du dir also besser eine eigene Thermoskanne mit Tee oder Kaffee mitbringen.
Die Toiletten sind in der Regel sauber, kosten aber oft eine kleine Gebühr (meist 50 Cent), also hab etwas Kleingeld parat. Der Souvenirshop bietet die üblichen Andenken, von Postkarten bis hin zu warmen Mützen – falls du den Wind doch unterschätzt hast und dringend etwas Warmes für die Ohren brauchst.
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Fotografie-Tipps für den Pico do Arieiro
Der Pico do Arieiro ist ein Paradies für Fotografen. Um die besten Bilder zu bekommen, hier ein paar Tipps: Für den Sonnenaufgang brauchst du idealerweise ein Stativ, da es anfangs noch recht dunkel ist. Ein Weitwinkelobjektiv ist super, um die Weite des Wolkenmeers einzufangen, aber auch ein Teleobjektiv lohnt sich, um Details der zerklüfteten Bergspitzen heranzuholen.
Der beste Spot für Fotos ist nicht unbedingt direkt an der Radarkuppel. Geh ein paar Schritte weiter zum Miradouro do Juncal (vom Parkplatz aus gesehen rechts). Dort hast du einen fantastischen, unverbauten Blick nach Osten, genau dorthin, wo die Sonne aufgeht. Wenn du Drohnenaufnahmen machen möchtest, informiere dich vorher über die aktuellen Regeln, da der Wind hier oben oft extrem stark und unberechenbar ist.
Fazit: Ein Muss für jeden Madeira-Besuch
Der Pico do Arieiro ist eines der großen Naturerlebnisse Madeiras – und dank der guten Straße für fast jeden erreichbar. Ob zum Sonnenaufgang, wenn die Welt in goldenes Licht getaucht wird, oder tagsüber für eine epische Wanderung, der Blick über das Wolkenmeer bleibt unvergesslich. Es ist einer dieser Orte, die dir zeigen, wie gewaltig und wunderschön die Natur sein kann.
Mit einem Mietwagen bist du flexibel genug, um genau dann hochzufahren, wenn das Wetter mitspielt. Du bist nicht an die Zeiten von Tourenanbietern gebunden und kannst so lange bleiben, wie du möchtest. Also, pack die warme Jacke ein, stell den Wecker früh und mach dich bereit für ein Erlebnis, das du so schnell nicht vergessen wirst!
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