Kurvige Bergstraße mit Serpentinen und Panoramablick über die Täler von Madeira
Fahrtipps

Autofahren auf Madeira: Tipps für Bergstraßen, Tunnel & Anfänger

03. Juli 2026 10 Min. Lesezeit
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Ganz ehrlich: Autofahren auf Madeira sieht auf den ersten Blick wilder aus, als es ist. Ja, die Straßen sind steil und kurvig. Aber sie sind gut ausgebaut, und mit ein paar einfachen Regeln fährst du hier völlig entspannt – auch als Anfänger. Wir erklären dir alles, was du wissen musst, damit dein Roadtrip über die Blumeninsel ein unvergessliches Erlebnis wird und nicht in Stress ausartet.

Madeira ist eine Berginsel, und das merkst du sofort. Kaum bist du vom Flughafen losgefahren, geht es rauf und runter, durch Tunnel und um enge Kurven. Das ist am Anfang ungewohnt, aber keine Hexerei. Die meisten Unfälle passieren nicht wegen der Straßen, sondern weil Leute zu schnell fahren oder falsch bremsen. Wenn du unsere Tipps beherzigst, bist du auf der sicheren Seite. Du wirst schnell feststellen, dass die Einheimischen einen sehr entspannten Fahrstil haben. Sie drängeln selten und haben meist viel Geduld mit Touristen, die sich erst an die Gegebenheiten gewöhnen müssen. Lass dich also nicht stressen, fahr in deinem eigenen Tempo und genieße die atemberaubenden Ausblicke, die sich hinter fast jeder Kurve auftun.

Ein Roadtrip auf Madeira ist die beste Möglichkeit, die Insel in all ihren Facetten kennenzulernen. Von den schroffen Klippen im Osten über die üppigen Lorbeerwälder im Zentrum bis hin zu den sonnigen Küstenorten im Süden – mit dem eigenen Mietwagen bist du flexibel und unabhängig. Du kannst anhalten, wo es dir gefällt, kleine Dörfer abseits der Touristenpfade entdecken und die Natur in vollen Zügen genießen. Aber bevor du dich hinters Steuer setzt, solltest du ein paar Dinge wissen, die das Fahren hier besonders machen.

Die wichtigsten Regeln für Madeiras Straßen

Bergab mit dem Motor bremsen

Das ist der wichtigste Tipp überhaupt. Auf langen Gefällstrecken solltest du nicht dauernd auf der Bremse stehen, sonst überhitzt sie. Schalte stattdessen in einen niedrigen Gang (bei Automatik in den manuellen Modus oder „L“) und lass den Motor bremsen. So bleibt die Bremse kühl und du hast im Notfall volle Bremskraft. Wenn du merkst, dass das Auto trotzdem zu schnell wird, bremse kurz und kräftig ab, um die Geschwindigkeit zu verringern, und lass die Bremse dann wieder los. Das ist viel schonender als ein ständiges, leichtes Schleifenlassen der Bremsbeläge. Besonders auf den steilen Straßen hinab nach Funchal oder in die tiefen Täler im Norden der Insel ist diese Technik unerlässlich.

Tunnel: Licht an, Brille runter

Madeira hat unglaublich viele Tunnel – manche mehrere Kilometer lang. Das Abblendlicht sollte immer an sein (moderne Autos machen das automatisch). Nimm die Sonnenbrille ab, bevor du reinfährst, sonst siehst du kurz gar nichts. Und halte Abstand, weil manche Tunnel kurvig sind. Die Tunnel sind ein Segen, denn sie verkürzen die Fahrzeiten enorm und ersparen dir viele anstrengende Passstraßen. Aber sie können auch tückisch sein. Oft ist es drinnen feucht und rutschig, und manchmal blendet dich am Ende des Tunnels die grelle Sonne. Fahr also immer konzentriert und pass deine Geschwindigkeit an. Ein besonderes Erlebnis ist der alte Tunnel zwischen São Vicente und Seixal, der nur einspurig befahrbar ist und eher einer Höhle gleicht – hier ist besondere Vorsicht geboten!

Vor-Ort-Tipp

In sehr engen Ortsdurchfahrten kann es passieren, dass zwei Autos nicht aneinander vorbeikommen. Bleib ruhig, warte an einer breiteren Stelle und lass den anderen durch. Die Einheimischen sind das gewohnt und meist sehr höflich. Ein kurzes Handzeichen oder ein Nicken als Dankeschön wird immer gern gesehen.

Steigungen meistern: Keine Angst vorm Anfahren am Berg

Madeira ist steil. Richtig steil. Steigungen von 20 Prozent oder mehr sind keine Seltenheit. Das bedeutet, dass du öfter mal am Berg anfahren musst. Wenn du einen Mietwagen mit Schaltgetriebe hast, solltest du das Anfahren mit der Handbremse beherrschen. Das gibt dir Sicherheit und verhindert, dass du rückwärts rollst. Bei einem Automatikauto ist das natürlich viel entspannter, da übernimmt die Technik das für dich. Achte darauf, dass du beim Anfahren genug Gas gibst, damit der Motor nicht abwürgt. Und wenn du mal hinter einem langsamen LKW oder Bus festhängst: Bleib geduldig. Überholen ist auf den kurvigen Bergstraßen oft gefährlich und lohnt sich meistens nicht. Genieße einfach die Aussicht und warte, bis sich eine sichere Gelegenheit ergibt.

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Welches Auto ist auf Madeira am besten?

Viele denken, sie bräuchten auf einer Bergsinsel einen großen SUV. Das Gegenteil ist oft richtig: Ein kleiner, wendiger Wagen ist in den engen Gassen und auf den schmalen Bergstraßen viel praktischer und einfacher zu parken. Wichtig ist nicht Größe, sondern ein Motor mit genug Kraft für die Steigungen und zuverlässige Bremsen. Für die allermeisten reicht ein Klein- oder Kompaktwagen völlig aus. Ein Fiat 500, ein VW Polo oder ein Renault Clio sind perfekte Begleiter für die Insel. Sie passen in jede Parklücke und lassen sich mühelos durch die engen Kurven zirkeln. Wenn du mit der Familie oder viel Gepäck reist, ist ein Kompaktwagen wie ein VW Golf oder ein Ford Focus eine gute Wahl. Sie bieten genug Platz und sind trotzdem noch handlich genug für die Bergstraßen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Getriebe. Wenn du zu Hause nur Automatik fährst, solltest du auch auf Madeira einen Automatikwagen mieten. Das ständige Schalten auf den kurvigen und steilen Straßen kann sonst schnell anstrengend werden. Automatikautos sind auf Madeira sehr beliebt und oft früh ausgebucht, also reserviere rechtzeitig. Wenn du hingegen gerne schaltest und das Anfahren am Berg im Schlaf beherrschst, kannst du mit einem Schaltwagen oft etwas Geld sparen. Achte bei der Übernahme des Mietwagens unbedingt auf den Zustand der Reifen und der Bremsen. Sie sind deine Lebensversicherung auf den steilen Abfahrten.

Auto-Empfehlung nach Reisetyp auf Madeira
ReisetypEmpfehlungWarum
Paar / SoloKleinwagenWendig, sparsam, leicht zu parken
FamilieKompakt / KombiPlatz für Gepäck, noch handlich
WandererKompaktwagenGenug Bodenfreiheit für Bergstraßen
GruppeVanAlle zusammen, aber Parken beachten
Auto-Empfehlung nach Reisetyp auf Madeira

Die schönsten und anspruchsvollsten Routen

Die alte Küstenstraße ER101

Die ER101 war früher die einzige Verbindung entlang der Nordküste und gilt als eine der spektakulärsten Straßen Europas. Heute ist sie an vielen Stellen durch moderne Tunnel ersetzt worden, aber einige Abschnitte sind noch befahrbar. Besonders der Teil zwischen São Vicente und Porto Moniz ist ein echtes Abenteuer. Die Straße schlängelt sich eng an den Klippen entlang, während unter dir der Atlantik tobt. An manchen Stellen fällt sogar ein Wasserfall direkt auf die Fahrbahn! Diese Route ist nichts für schwache Nerven, aber die Ausblicke sind unbezahlbar. Fahr langsam, hupe vor unübersichtlichen Kurven und sei bereit, jederzeit anzuhalten oder rückwärts zu fahren, wenn dir jemand entgegenkommt.

Hinauf zum Pico do Arieiro

Der Pico do Arieiro ist mit 1.818 Metern der dritthöchste Berg Madeiras und einer der wenigen Gipfel, die du direkt mit dem Auto erreichen kannst. Die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis für sich. Von Funchal aus schraubst du dich über unzählige Serpentinen immer höher hinauf, durch dichte Eukalyptuswälder und karge Berglandschaften. Oben angekommen, stehst du oft über den Wolken und hast einen atemberaubenden Rundumblick über die Insel. Die Straße ist gut ausgebaut, aber sehr kurvig und steil. Achte auf Schafe und Kühe, die hier oben oft frei herumlaufen und gerne mal die Straße blockieren. Und vergiss nicht, warme Kleidung einzupacken – auf dem Gipfel kann es empfindlich kalt und windig sein, selbst wenn unten in Funchal die Sonne scheint.

Die Hochebene Paul da Serra

Ein völlig anderes Fahrerlebnis bietet die Hochebene Paul da Serra im Westen der Insel. Hier fährst du auf einer fast schnurgeraden Straße über ein weites, karges Plateau, das an schottische Moorlandschaften erinnert. Es ist ein faszinierender Kontrast zu den steilen Tälern und zerklüfteten Küsten des Rests der Insel. Die Fahrt über die Hochebene ist entspannt und bietet tolle Ausblicke. Allerdings kann das Wetter hier oben sehr schnell umschlagen. Dichter Nebel ist keine Seltenheit, und dann wird die Fahrt schnell ungemütlich. Fahr vorsichtig, schalte das Licht ein und orientiere dich an den weißen Linien am Straßenrand. Wenn die Sicht zu schlecht wird, fahr lieber rechts ran und warte, bis sich der Nebel lichtet.

Parken auf Madeira – so geht’s stressfrei

In Funchal und anderen Städten ist Parken am Straßenrand oft knapp. Nutze lieber die Parkhäuser, sie sind günstig und sicher. Blaue Linien bedeuten kostenpflichtiges Parken mit Automat, weiße Linien meist kostenlos. In kleineren Orten findest du fast immer einen Platz. Auf dem Land parkst du an Aussichtspunkten und Wanderparkplätzen. Achte darauf, dass du dein Auto nicht in Kurven oder an unübersichtlichen Stellen abstellst. Die Straßen sind oft schmal, und landwirtschaftliche Fahrzeuge oder Busse müssen noch vorbeikommen. Wenn du an einem steilen Hang parkst, zieh die Handbremse fest an, leg den ersten Gang (oder „P“ bei Automatik) ein und schlage die Räder in Richtung Bordstein ein. So verhinderst du, dass das Auto wegrollt, falls die Bremse versagt.

Ein kleiner Geheimtipp für Funchal: Das Parkhaus am CR7-Museum am Hafen ist oft weniger überlaufen als die Parkhäuser direkt im Zentrum und bietet einen tollen Ausgangspunkt für einen Stadtbummel. Wenn du außerhalb der Städte unterwegs bist, achte auf die gelben Linien am Straßenrand. Sie bedeuten absolutes Halteverbot. Auch vor Einfahrten und Bushaltestellen solltest du natürlich nicht parken. Die Polizei auf Madeira kontrolliert regelmäßig, und Strafzettel können teuer werden. Wenn du dir unsicher bist, frag einfach einen Einheimischen oder such dir lieber einen offiziellen Parkplatz. Das erspart dir Ärger und schont die Nerven.

Vor-Ort-Tipp

Lade dir vor deiner Reise eine Offline-Karte (z. B. Google Maps oder Maps.me) auf dein Smartphone herunter. Das Handynetz ist auf Madeira zwar gut ausgebaut, aber in abgelegenen Tälern oder Tunneln kann die Verbindung abbrechen. Mit einer Offline-Karte findest du immer den Weg zurück.

Verkehrsregeln und Praktisches

In Portugal gilt Rechtsverkehr. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Innerorts sind meist 50 km/h erlaubt, auf Schnellstraßen höher. Tankstellen gibt es in allen größeren Orten, in den Bergen aber seltener – tank also rechtzeitig voll. Der Führerschein aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist gültig. Schnall dich immer an, auch auf den Rücksitzen, und telefoniere nur mit Freisprechanlage. Die Strafen für Verkehrsverstöße sind in Portugal empfindlich hoch und müssen oft direkt vor Ort bezahlt werden. Achte besonders auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Auf der Via Rápida, der Schnellstraße, die sich an der Südküste entlangzieht, wird häufig geblitzt. Auch in den Tunneln gibt es oft Radarkontrollen.

Ein weiteres wichtiges Thema sind die Kreisverkehre. Sie sind auf Madeira sehr häufig und ersetzen oft Ampelkreuzungen. Die Regel ist einfach: Wer im Kreisverkehr ist, hat Vorfahrt. Wenn du den Kreisverkehr verlassen willst, musst du rechts blinken. Wenn du weiter im Kreis fährst, blinkst du links. Das mag am Anfang etwas verwirrend sein, aber man gewöhnt sich schnell daran. Und noch ein Hinweis zu den Zebrastreifen: In Portugal haben Fußgänger am Zebrastreifen absoluten Vorrang. Du musst anhalten, sobald jemand Anstalten macht, die Straße zu überqueren. Die Einheimischen nehmen das sehr ernst, also sei aufmerksam und bremsbereit.

Wetter und Straßenverhältnisse

Das Wetter auf Madeira kann sehr wechselhaft sein. Während im Süden die Sonne scheint, kann es im Norden regnen und in den Bergen neblig sein. Pass deine Fahrweise immer den aktuellen Bedingungen an. Bei Regen werden die Straßen oft rutschig, besonders wenn es längere Zeit trocken war und sich ein Schmierfilm aus Staub und Öl gebildet hat. Fahr dann besonders vorsichtig und halte mehr Abstand zum Vordermann. In den Wintermonaten kann es in den höheren Lagen sogar schneien. Dann werden einige Passstraßen gesperrt. Informiere dich vor deiner Tour über die aktuelle Wetterlage und eventuelle Straßensperrungen. Die lokale Website „Info Estradas“ bietet aktuelle Informationen zu Baustellen und Sperrungen auf der ganzen Insel.

Auch Steinschlag ist auf Madeira ein Thema. Besonders nach starken Regenfällen können sich Steine und Geröll von den steilen Hängen lösen und auf die Fahrbahn fallen. Achte auf die entsprechenden Warnschilder und fahr in diesen Bereichen besonders aufmerksam. Wenn du Steine auf der Straße siehst, weiche vorsichtig aus, aber riskier keine waghalsigen Manöver. Im Zweifelsfall lieber anhalten und warten, bis die Gefahr vorüber ist. Die Straßenmeistereien auf Madeira sind sehr schnell und räumen Hindernisse meist zügig aus dem Weg.

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Fazit: Nach dem ersten Tag fährst du wie selbstverständlich

Klingt viel, ist es aber nicht. Nach den ersten paar Kilometern hast du den Dreh raus, und dann macht das Fahren auf Madeira richtig Spaß. Die Aussichten sind der Wahnsinn, die Straßen abwechslungsreich, und mit dem Motor zu bremsen wird schnell zur Gewohnheit. Fahr entspannt, plan genug Zeit ein und genieße die kurvigste Panoramafahrt deines Lebens. Lass dich nicht von den steilen Hängen oder den engen Kurven abschrecken. Mit ein bisschen Übung und der richtigen Einstellung wird der Roadtrip über die Blumeninsel zu einem unvergesslichen Erlebnis. Und denk immer daran: Der Weg ist das Ziel. Nimm dir Zeit, halte an den vielen Miradouros (Aussichtspunkten) an und lass die Schönheit Madeiras auf dich wirken. Gute Fahrt!

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