Kurvige Bergstraße auf Madeira mit Blick auf die grünen Täler und die Küste
Ratgeber

Mietwagen auf Madeira: Die 10 häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest

03. Juli 2026 10 Min. Lesezeit
Mietwagen auf Madeira
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Einen Mietwagen zu buchen klingt einfach – und ist es meistens auch. Aber gerade auf Madeira gibt es ein paar typische Stolperfallen, die Urlauber immer wieder erwischen. Wir haben die zehn häufigsten Fehler gesammelt und sagen dir, wie du sie ganz einfach vermeidest.

Die gute Nachricht zuerst: Fast alle diese Fehler lassen sich mit ein bisschen Vorbereitung vermeiden. Wer weiß, worauf es ankommt, spart nicht nur Geld, sondern auch Nerven – und startet entspannt in den Urlaub. Madeira ist eine der schönsten Inseln Europas, und mit dem eigenen Mietwagen kannst du sie wirklich frei erkunden – von den Levada-Wanderwegen im Hochland bis zu den schwarzen Sandstränden im Westen. Damit das klappt, ohne dass du an der Autovermietung draufzahlst oder im engen Bergdörfchen feststeckst, gehen wir die zehn Klassiker jetzt Schritt für Schritt durch.

Fehler 1: Zu spät buchen

Wer erst kurz vor der Reise oder gar am Flughafen bucht, zahlt oft deutlich mehr und hat kaum Auswahl. Gerade in der Hauptsaison zwischen April und Oktober sind die besten Fahrzeuge schnell vergriffen, und was übrig bleibt, kostet das Doppelte. Am Flughafen Funchal gibt es zwar mehrere Schalter direkt nach der Ankunft, aber die Preise dort sind selten ein Schnäppchen. Wer drei bis vier Wochen vorher online bucht, spart im Schnitt 30 bis 50 Prozent gegenüber einer Last-Minute-Buchung. Noch ein Bonus: Du kannst in Ruhe vergleichen, Bewertungen lesen und dir die Konditionen in aller Stille durchlesen – nicht gehetzt zwischen Koffer und Warteschlange.

Fehler 2: Ein zu großes Auto wählen

Ein großer SUV klingt bequem, ist auf Madeiras engen Bergstraßen und in den schmalen Ortsdurchfahrten aber oft eher hinderlich. Stell dir vor, du fährst durch São Vicente oder durch die engen Gassen von Santana – da möchtest du keinen Sieben-Sitzer rangieren. Ein kleiner, wendiger Wagen ist leichter zu parken, sparsamer im Verbrauch und in Funchal deutlich entspannter. Für die meisten Paare oder Alleinreisenden reicht ein Kleinwagen wie ein Fiat Panda oder ein Renault Clio völlig aus. Familien mit viel Gepäck können einen Kompaktwagen oder einen kleinen Kombi wählen – aber bitte kein Fahrzeug, das kaum durch eine Levada-Breit-Durchfahrt passt.

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Fehler 3: An der Versicherung sparen

Das ist wohl der teuerste Fehler, den du auf Madeira machen kannst. Wer nur die gesetzliche Mindestversicherung nimmt, haftet bei Schäden oft mit einer Selbstbeteiligung von 800 bis 2.000 Euro – je nach Anbieter und Fahrzeugklasse. Auf engen Bergstraßen, wo du dich an Felswände herantastest oder an einem entgegenkommenden Bus vorbeizwingst, passiert ein Kratzer schneller als gedacht. Eine Vollkasko ohne Selbstbeteiligung kostet im Tagesschnitt vielleicht 8 bis 15 Euro mehr, nimmt dir aber die komplette Sorge. Prüfe außerdem, ob deine Kreditkarte eine Mietwagen-Versicherung einschließt – manche Premiumkarten decken das ab, aber lies das Kleingedruckte genau, denn Ausnahmen für bestimmte Fahrzeugtypen oder Länder sind häufig.

Was deckt die Vollkasko auf Madeira wirklich ab?

Eine echte Vollkasko ohne Selbstbeteiligung – auf Englisch oft „Zero Excess“ oder „Full Coverage“ genannt – deckt in der Regel Kollisionsschäden, Diebstahl und Vandalismus ab. Was sie meist nicht abdeckt: Reifenschäden, Glasschäden an der Windschutzscheibe, Schäden am Unterboden und Schäden durch Fehlbetankung. Frag beim Anbieter gezielt nach diesen Ausschlüssen und überlege, ob du einen zusätzlichen Reifenschutz buchst – auf Madeiras teils ungeteerten Wegen in den Bergen ist das keine schlechte Idee.

Fehler 4: Die Tankregelung nicht verstehen

Achte genau auf die Tankregelung, bevor du unterschreibst. Das fairste Modell ist „voll abholen, voll zurückgeben“ – du tankst einmal voll auf und gibst das Auto wieder voll ab. Bei anderen Modellen, etwa „voll abholen, leer zurückgeben“ oder „halb/halb“, zahlst du meistens drauf, weil der Anbieter den restlichen Sprit zu überteuerten Preisen abrechnet. Fülle den Tank kurz vor der Rückgabe an einer normalen Tankstelle in Funchal oder am Flughafen auf und heb den Kassenbon auf – das ist dein Beweis, falls es Diskussionen gibt.

Die häufigsten Mietwagen-Fehler auf Madeira auf einen Blick
FehlerTypische FolgeSo machst du es besser
Zu spät buchenHoher Preis, kaum Auswahl3–4 Wochen vorher online reservieren
Zu großes AutoParkstress, mehr Sprit, enge GassenKlein- oder Kompaktwagen wählen
Keine VollkaskoSelbstbeteiligung bis 2.000 €Zero-Excess-Tarif buchen
Tankregelung ignoriertVersteckte ZusatzkostenVoll/voll, Bon aufheben
Keine Foto-DokumentationStreit bei RückgabeVor Abfahrt Fotos + Video machen
Bergab nur bremsenÜberhitzte BremsenMotorbremse nutzen, Gang runterschalten
Wertsachen sichtbar lassenEinbruchgefahrNichts im Auto lassen, Kofferraum nutzen
Zu viele Ziele pro TagGehetzt, kein GenussMaximal 2–3 Stopps pro Tag planen
Die häufigsten Mietwagen-Fehler auf Madeira auf einen Blick

Fehler 5: Das Auto bei Übernahme nicht prüfen

Mach vor der Abfahrt Fotos und ein kurzes Video vom ganzen Auto – rundherum, auch kleine Kratzer, Dellen und Schrammen am Unterboden. So kannst du bei der Rückgabe beweisen, dass ein Schaden schon vorher da war. Das erspart böse Überraschungen und ungerechtfertigte Rechnungen. Achte besonders auf die Felgen, die Stoßfänger und die Seiten – genau dort, wo Kratzer auf engen Straßen am häufigsten entstehen. Schicke die Fotos am besten sofort per E-Mail oder WhatsApp an dich selbst, damit der Zeitstempel eindeutig ist.

Vor-Ort-Tipp

Notiere dir bei Übernahme den Tankstand und den Kilometerstand und prüfe, ob alle bereits vorhandenen Kratzer im Übergabeprotokoll eingetragen sind. Fehlende Einträge sofort ergänzen lassen und vom Mitarbeiter gegenzeichnen lassen – das kostet zwei Minuten und kann dir später hunderte Euro sparen.

Fehler 6: Bergab nur mit der Fußbremse fahren

Madeira ist eine Gebirgsinsel – das bedeutet, du wirst viele steile Abfahrten erleben, zum Beispiel auf dem Weg vom Pico do Arieiro hinunter nach Ribeiro Frio oder von Paul da Serra nach Porto Moniz. Wer dabei dauerhaft auf der Fußbremse steht, überhitzt die Bremsscheiben und riskiert im schlimmsten Fall Bremsversagen. Die Lösung ist simpel: Gang runterschalten und die Motorbremse nutzen. Bei Automatikfahrzeugen gibt es oft eine „L“- oder „2“-Stellung für genau diesen Zweck. Wer das beherzigt, schont die Bremsen und fährt deutlich sicherer.

Besonders steile Strecken auf Madeira

Zu den steilsten und kurvenreichsten Strecken der Insel zählen die Abfahrt von Eira do Serrado ins Tal von Curral das Freiras, die Straße von Encumeada nach São Vicente sowie die Passstraße über den Paul da Serra ins Nordwesten. Auf diesen Routen solltest du nie in einem zu hohen Gang fahren und regelmäßig kurze Pausen einlegen, um die Bremsen abkühlen zu lassen. Das gilt besonders im Sommer, wenn die Temperaturen hoch sind.

Fehler 7: In den Bergen den Tankstand ignorieren

Im Hochland von Madeira gibt es kaum Tankstellen. Zwischen Paul da Serra, Pico do Arieiro und den Levada-Startpunkten im Inland kann es vorkommen, dass du 40 bis 60 Kilometer fährst, ohne eine einzige Zapfsäule zu sehen. Tanke deshalb immer in Funchal oder in einer der größeren Küstengemeinden wie Ribeira Brava, Machico oder Câmara de Lobos voll auf, bevor du ins Gebirge fährst. Als Faustregel gilt: Wenn der Tank unter die Hälfte fällt und du noch keine Tankstelle in Sicht hast, halte bei der nächsten Möglichkeit an.

Fehler 8: Wertsachen sichtbar im Auto lassen

Madeira ist eine der sichersten Inseln im Atlantik, und Autoeinbrüche sind vergleichsweise selten. Aber „selten“ heißt nicht „nie“, besonders an touristisch stark frequentierten Parkplätzen wie dem Aussichtspunkt Cabo Girão oder an Levada-Startpunkten. Lass Laptops, Kameras, Handtaschen und Reisepasshüllen niemals sichtbar auf dem Rücksitz liegen. Entweder du nimmst alles mit, oder du verstaurst es im Kofferraum, bevor du auf den Parkplatz fährst – nicht erst, wenn du schon dort stehst.

Fehler 9: Zu viele Ziele an einem Tag einplanen

Madeira ist zwar nicht riesig, aber die Fahrtzeiten täuschen. Von Funchal nach Porto Moniz fährst du je nach Route zwischen 45 Minuten (Schnellstraße) und fast zwei Stunden (über die Nordwestküste). Wer drei Levada-Wanderungen, zwei Aussichtspunkte und ein Mittagessen in einem Fischrestaurant an einem Tag einplant, wird am Ende gehetzt und genervt sein – und auf der Straße weniger aufmerksam. Plane lieber zwei bis drei Highlights pro Tag und gönne dir Zeit für spontane Stopps. Genau das ist ja der Vorteil eines Mietwagens.

Vor-Ort-Tipp

Nutze Google Maps im Offline-Modus oder lade dir eine Karten-App wie Maps.me für Madeira herunter, bevor du losfährst. Das Mobilnetz in den Bergen und Tunneln kann lückenhaft sein, und eine Offline-Karte rettet dich, wenn das Signal wegbricht.

Fehler 10: Das Kleingedruckte beim Mietvertrag übersehen

Im Stress der Ankunft unterschreibt man schnell, ohne alles gelesen zu haben. Dabei stecken im Mietvertrag oft wichtige Details: Darf das Auto auf unbefestigte Straßen? Ist eine zweite Fahrerin oder ein zweiter Fahrer kostenlos oder kostenpflichtig eingetragen? Gibt es eine Kilometerbegrenzung? Auf Madeira sind unbegrenzte Kilometer Standard, aber prüfe das trotzdem. Und wenn du vorhast, auch Porto Santo zu besuchen, kläre vorher, ob das Auto auf die Nachbarinsel mitgenommen werden darf – viele Verträge schließen das aus.

Zweiter Fahrer: Oft günstiger als gedacht

Viele Anbieter berechnen für einen zusätzlichen Fahrer eine Tagesgebühr von 3 bis 7 Euro. Das klingt wenig, summiert sich aber über eine Woche. Manche Anbieter, besonders lokale, tragen den zweiten Fahrer kostenlos ein. Frag einfach nach – im schlimmsten Fall heißt es nein, aber oft ist da Spielraum. Wichtig: Wer fährt, ohne im Vertrag eingetragen zu sein, verliert im Schadensfall den Versicherungsschutz.

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Bonus: Was wirklich gute Mietwagen-Reisende auf Madeira machen

Die erfahrenen Madeira-Besucher, die wir kennen, machen eigentlich immer dasselbe: Sie buchen früh, wählen einen kleinen Wagen mit Vollkasko, fotografieren das Auto bei Übernahme und planen ihre Tage mit Puffer. Sie tanken in der Stadt voll auf, bevor sie ins Hochland fahren, und lassen nichts im Auto liegen. Das klingt banal, aber genau das unterscheidet einen entspannten Urlaub von einem, bei dem man am Ende über eine Rechnung der Autovermietung ärgert. Madeira hat so viel zu bieten – von den Levadas über die Laurissilva-Wälder bis zu den Weinbergen in Câmara de Lobos. Lass nicht einen vermeidbaren Fehler diese Erinnerungen überschatten.

Fazit: Vorbereitung ist alles

Die meisten Mietwagen-Fehler auf Madeira kosten Geld oder Nerven – aber keiner davon muss sein. Buche früh, wähle einen passenden, wendigen Wagen, nimm eine gute Versicherung und dokumentiere den Zustand bei Übernahme. Verstehe die Tankregelung, tank vor Bergtouren voll auf, nutze die Motorbremse bei steilen Abfahrten und plane deine Tage mit gesundem Puffer. Dann steht deinem entspannten Roadtrip über die grünste Insel Europas absolut nichts im Weg – und du wirst dich fragen, warum du nicht schon viel früher mit dem eigenen Wagen über Madeiras Straßen gerollt bist.

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